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Protest gegen Containerdorf und Turnhallen-Unterbringung in Übigau

Dresden: Asylgegner demonstrieren vor dem Wohnhaus von OB Dirk Hilbert (FDP) in Klotzsche

Donnerstag, 26 November 2015 17:13
Dirk Hilbert Dirk Hilbert Quelle: hilbert-fuer-dresden.de

Dresden – Eine Gruppe von etwa 50 Asylheimgegnern aus Übigau ist am Dienstag gegen 21:45 Uhr von der Kreuzung Stendaler/Goethestraße vor das Wohnhaus des Dresdner Oberbürgermeisters Dirk Hilbert (FDP) in Klotzsche gezogen, um gegen die neuen Asylpläne des Rathauses zu protestieren. Nach Medienberichten sollen die Teilnehmer der Demonstration dabei weitgehend ruhig und besonnen geblieben sein, so dass die anwesende Polizei keinen Grund sah, in den Versammlungsablauf einzugreifen.

Nach Erkenntnissen der SACHSEN DEPESCHE handelt es sich bei der Gruppe „Wir sind Übigau“, die unter anderem über soziale Netzwerke zu der Demo aufgerufen hatte, um einen Zusammenschluss von ansässigen Bürgern ohne organisatorischen Bezug zu Pegida oder einen parteipolitischen Hintergrund, etwa mit Verbindungen zur AfD oder NPD, die seit mehreren Monaten Asylproteste im Dresdner Stadtgebiet organisieren. Zum Abschluss ihrer Kundgebung warfen die Teilnehmer einen etwas rätselhaft erscheinenden, handgeschriebenen Brief in den Briefkasten von Hilbert. Darauf war zu lesen: „Lieber OB Dirk Hilbert! Bitte melden Sie sich bei uns in Übigau. Die Polizei hat alle Nummern. Danke.“

Der Protest vor Hilberts Wohnhaus richtete sich vor allem gegen die Unterbringung von Asylbewerbern in einer Turnhalle an der Thäterstraße in Dresden-Übigau und das Vorhaben, ein Containerdorf mit 20 zweigeschossigen Einheiten auf einem Übigauer Grundstück in Elbnähe zu errichten, in dem bis zu 560 Asylbewerber untergebracht sollen. Die gesamte Container-Anlage schlägt mit 18,5 Millionen Euro zu Buche, der jährliche Betrieb wird rund zwei Millionen Euro kosten. Derzeit wird das Gelände von einem Verein und einem Unternehmer als Hundeübungsplatz genutzt. Beiden Mietern wurde zum 31. Januar 2016 gekündigt, die ersten Bauvorbereitungen schon Ende November beginnen.

Gegen die Nutzung der Sporthalle in der Thäterstraße als Flüchtlingsunterkunft hatte es bereits im Oktober lang anhaltende Proteste unter Beteiligung der Initiative „Wir sind Übigau“ gegeben, bei denen unter anderem versucht wurde, ähnlich wie in Einsiedel bei Chemnitz den Einzug von Asylbewerbern mit einer Blockade zu verhindern. Derzeit sind in der Halle knapp 80 Personen untergebracht, in den kommenden Wochen wird mit einer Erhöhung der Belegung gerechnet. Auch die Unterbringung in provisorischen Behausungen soll weiter ausgebaut werden, um Platz für die etwa 400 Asylanten, die Dresden voraussichtlich pro Woche zugewiesen werden, zu schaffen. Demnach sollen auch am Zelleschen Weg, in der Altenberger Straße und in der Washingtonstraße neue Asyl-Container mit insgesamt bis zu 2.500 Plätzen aufgestellt werden.

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