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Bürgermeister Jens Müller (Freie Wähler) komplett neben der Spur

Bad Schlema: Sind Schulmädchen eine „Provokation“ für Migranten?

Samstag, 06 Februar 2016 06:13
Sind Schulmädchen eine „Provokation“ für Migranten? Sind Schulmädchen eine „Provokation“ für Migranten?

Bad Schlema – Ein Video aus einem kleinen Kurort im Erzgebirge sorgt derzeit deutschlandweit für Empörung. Aufgenommen wurde es am 29. Januar 2016 bei der Sitzung des Gemeinderates in Bad Schlema, in der es unter anderem um Asylbewerber ging. Rund 100 ortsansässige Bürger verfolgten die Sitzung und machten ihrem Ärger lautstark Unmut, als Bürgermeister Jens Müller (Freie Wähler) Worte fallen ließ, die geradezu skandalös sind.

Wie in dem Video (www.youtube.com/watch?v=YGw0cK_D0oI) zu sehen ist, wandte sich während der Sitzung ein älterer Herr an Müller und wies diesen auf wiederholte Belästigungen seiner Enkeltochter (10. Schulklasse) und anderer Mädchen durch jugendliche Asylbewerber hin. In diesem Zusammenhang stellte er die Frage in den Raum, wie man es sich wohl in den kommenden Sommermonaten vorzustellen habe, wenn die Mädchen nicht in Winterklamotten, sondern mit leichter Kleidung unterwegs seien, und wie man möglicherweise verstärkten Zudringlichkeiten entgegenwirken wolle.

Die Antwort von Bürgermeister Müller machte die Besucher fassungslos und führte nachvollziehbarerweise zu Tumulten. Dieser sagte nämlich wortwörtlich: „Ganz einfach: Indem man dort nicht provoziert und dort nicht entlangläuft.“ Mit anderen Worten: Wenn Schulmädchen im Ort von Migranten belästigt werden, dann hätten sie das selbst provoziert – einfach nur durch ihre Präsenz.

Dass sich durch diese Antwort nicht nur der Fragesteller, sondern alle Bürger geradezu verhöhnt fühlten, wird an den Reaktionen mehr als deutlich. Entsprechend kleinlaut zeigte sich Müller nach der Sitzung. „Es hatte den Anschein, dass die Stimmung kippt“, so der Bürgermeister, der bei seiner Antwort offenbar komplett neben der Spur war.

Angeblich gebe es, so Müller, bis auf „kleine Vorfälle“ mit den 85 Asylanten in der 4.900-Einwohner-Gemeinde keine Probleme. Da sind einige Bürger allerdings anderer Meinung – und werden durch das Verhalten des Rathauschefs geradezu in die Arme des NPD-Gemeindevertreters Stefan Hartung getrieben, der mit seinen regionalen „Freigeist“-Demos instinktsicher auf der Empörungswelle surft.

Letzte Änderung am Samstag, 06 Februar 2016 06:31
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