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PEGIDA-Vize Siegfried Däbritz gescheitert

AfD wählt Carsten Hütter zum Bundestagsdirektkandidaten im Wahlkreis Meißen

Dienstag, 06 Dezember 2016 16:41
Der Landtagsabgeordnete Carsten Hütter (AfD) Der Landtagsabgeordnete Carsten Hütter (AfD) Quelle: www.carsten-huetter.de

Moritzburg – Der Marienberger Landtagsabgeordnete Carsten Hütter (52) konnte sich am vergangenen Wochenende auf einem Kreisparteitag der AfD Meißen in Moritzburg bei der Aufstellung des AfD-Bundestagsdirektkandidaten für den Wahlkreis 155 (Meißen) schon im ersten Wahlgang mit gut 65 Prozent gegen seine beiden Kontrahenten, den PEGIDA-Vize Siegfried Däbritz und den Bürgerbüro-Mitarbeiter Kai Mader, durchsetzen. Däbritz erhielt 24 Prozent, Mader elf Prozent der abgegebenen Delegiertenstimmen.

Der AfD-Kreisverband Meißen hatte sich zuvor gegen eine Kandidatur von Däbritz, der kein Parteimitglied, ausgesprochen. Vorgeschlagen wurde der Vertraute von PEGIDA-Chef Lutz Bachmann von lokalen AfD-Mitgliedern. Seine Kandidatur hatte Däbritz nach einer entsprechenden Ankündigung von Bachmann auf einer PEGIDA-Demo selbst ins Spiel gebracht. SACHSEN DEPESCHE berichtete: http://www.sachsen-depesche.de/regional/wird-siegfried-d%C3%A4britz-direktkandidat-im-landkreis-mei%C3%9Fen.html. Vize-Kreischef Mario Aßmann hatte noch vor einigen Tagen erklärt: „Wenn Däbritz zehn Stimmen bekommt, ist das viel.“ Bekommen hat der PEGIDA-Vize letztlich 14 Stimmen.

Der nun gewählte Direktkandidat Carsten Hütter, der im Wahlkreis Meißen gegen Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) antritt, hatte Däbritz vorgeworfen „eine Show abzuziehen“. Die AfD betrachte die Demonstranten von PEGIDA als Verbündete, das Orga-Team um Bachmann und Däbritz jedoch nicht, so der AfD-Landtagsabgeordnete, der aus Unna in Nordrhein-Westfalen stammt.

Nach einer Lehre zum Kraftfahrzeugelektriker diente Hütter elf Jahre lang in der Bundeswehr. Seit 1994 führt der verheiratete Familienvater von fünf Kindern ein Autohaus in Marienberg, 2013 trat er in die AfD ein, für die er zwei Jahre später in den Landtag einzog. Auf sein Chemnitzer Landtagsbüro wurde unter anderem ein Anschlag mit Pflastersteinen verübt.

Hütter, der im Landtag Mitglied des Innenausschusses, der Parlamentarischen Kontrollkommission (PKK) sowie sicherheitspolitischer Fraktionssprecher ist, versprach seinem direkten Wahlkreiskontrahenten de Maizière einen sachlich fundierten, aber harten Wahlkampf auf Augenhöhe. „Ich werde den Innenminister mit seinen eigenen Waffen schlagen; oder besser: seinen Fehlern“, so der gebürtige Westfale.

Auf dem AfD-Kreisparteitag in Meißen wurden zudem 38 Delegierte und Ersatzdelegierte gewählt, die den Kreisverband auf Delegiertenparteitagen vertreten werden, darunter auch auf dem nächsten Landesparteitag Ende Januar, auf dem die sächsische AfD-Landesliste zur Bundestagswahl 2017 aufgestellt werden soll.

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