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Philipp Stein bei PEGIDA auf dem Dresdner Altmarkt

„Mosaik des Widerstands“

Dienstag, 14 März 2017 23:28
Sarkasmus bei PEGIDA am 13. März 2017 in Dresden Sarkasmus bei PEGIDA am 13. März 2017 in Dresden Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – „Der Osten der Republik“ sei eine „Festung“, schwört Philipp Stein (25), Vorsitzender der neurechten „Einprozent“-Bewegung, am Montagabend bei PEGIDA sein Publikum ein. „Das Eigene“ habe hier einen besonderen Platz, stelle automatisch „eine Verteidigungsbereitschaft“ her. Balsam auf die Seelen der zahlreich auf dem Altmarkt erschienenen Pegidianer, die mit „Wir bleiben stolz“ antworten. Ein Teil des Volkes sei „aufgewacht“, wachgerüttelt durch „Massen an Fremden“, die nun auch durch Merseburg, Einsiedel, Dresden und Halle marschierten. Die sogenannte Asylkrise wirke dabei als Katalysator, Ziel sei „das Ende der Masseneinwanderung, die Remigration und ein ernstzunehmender politischer Wechsel in diesem Land.“

Über 90 Bürgergruppen habe man bisher aufgebaut, so Stein, an welche im Jahr 2016 insgesamt 160.000 Euro geflossen seien. Schwerpunkte seien die „Aufklärung der Menschen“, Professionalisierung und die Aufgabe, „die herrschende Klasse zu entlarven“. Als gelungenes Beispiel hierfür nannte Stein die Dechiffrierung der umstrittenen Busbarrikade vor der Frauenkirche, auf deren Original in Aleppo die Fahne der dschihadistischen Terrormiliz Ahrar al-Sham aufgepflanzt war. „Schande!“, kochten die Emotionen der Demonstranten hoch. In einem „Mosaik des Widerstands“ müssten Parlament, Straße, Kultur, Medien und Bürger ineinandergreifen, PEGIDA, Bürgergruppen, AfD und die Identitäre Bewegung einen „patriotischen Block“ bilden, so Stein.

Wenn auch der Funke nicht recht überspringen wollte, offenbarten die wohlgesetzten Worte aus den Hinterzimmern konservativer Zirkel ein intelligentes Konzept der Vernetzung, das mehr verspricht, als die regelmäßigen Schimpfattacken Lutz Bachmanns. Wie es mit dem weiteren „Aus- und Aufbau einer nie dagewesenen Sammelbewegung von Patrioten“ weitergehen soll, könnte in einer Woche von Götz Kubitschek, dem Spiritus rector der Schnellrodaer Denkfabrik „Institut für Staatspolitik“ (IfS) und Mitinitiator der „Einprozent“-Bewegung, zu erfahren sein, der als Gastredner bei den Islamkritikern angezeigt ist.

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