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JuliA-Chef sieht Wettbewerbsfähigkeit des Landkreises in Gefahr

„Leben hinterm Mond“ in Mittelsachsen? Bundestagskandidat Philipp Hartewig (FDP) fordert Breitband-Offensive

Samstag, 07 Januar 2017 18:52
Philipp Hartewig, Landesvorsitzender der Jungliberalen Aktion (JuliA) Philipp Hartewig, Landesvorsitzender der Jungliberalen Aktion (JuliA) Quelle: JuliA Sachsen

Freiberg – Trotz seines jungen Alters und der doch recht überschaubaren Erfolgsaussichten legt sich der mittelsächsische FDP-Bundestagsdirektkandidat Philipp Hartewig mächtig ins Zeug. Dabei spricht der 22-jährige Jurastudent und Chef der sächsischen FDP-Jugendorganisation JuliA aus Chemnitz auch unangenehme Themen offen an und bedient sich mitunter einer Sprache, die manch altgedienter Liberaler als respektlos bewerten mag, die an Deutlichkeit jedoch nichts vermissen lässt und die Probleme auf den Punkt bringt.

Nun nahm Hartewig Stellung zu einem aktuellen Bericht von „Focus Money“, der den Landkreis Mittelsachsen unter den 30 schlechtesten von 383 Landkreisen bundesweit aufführt. Kriterien waren dabei unter anderem das BIP, die Arbeitslosenquote, das Bevölkerungswachstum, die Investitionen und das verfügbare Einkommen. Hartewig sprach deshalb in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung von einem „Leben hinter dem Mond“ und warnte davor, dass Mittelsachsen auf Dauer nicht nur Einwohner verlieren könnte, sondern auch jegliche Bedeutung als Wirtschaftsstandort. 

Um hier gegenzusteuern, schlägt der Jungliberale als ersten Schritt einen massiven Breitbandausbau vor. Insbesondere schnelles Internet schaffe für ortsansässige Unternehmen einen Anreiz, in Mittelsachsen zu bleiben, und könnte neue Unternehmen dazu veranlassen, sich im Landkreis anzusiedeln. Außerdem müsse die Verwaltung digitalisiert werden, um künftig gerade älteren Mitbürgern mühsame Behördenwege zu ersparen. „Der Landrat muss in Zusammenarbeit mit dem Kreistag und den mittelsächsischen Kommunen endlich ein Konzept auf den Weg bringen, um wie andere Landkreise von Fördergeldern aus Bundes- und Landesmitteln zu profitieren“, forderte der FDP-Bundestagskandidat. 

In Mittelsachsen verfüge derzeit gerade mal ein Viertel aller Haushalte über eine Datenübertragungsgeschwindigkeit von 100 Mbit/s oder mehr. Damit liege der Landkreis sachsenweit auf dem vorletzten Platz. „Mittelsachsen verspielt sein Potenzial mit zwei Hoch- und 44 weiterführenden Schulen. Die mittelsächsische Wirtschaft kriselt, es gründen sich kaum neue Unternehmen und ein viel zu großer Teil der jungen und kreativen Köpfe verlässt den Landkreis“, warnte Hartewig, der den Wirtschaftsstandort Mittelsachsen „ernsthaft bedroht“ sieht.

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