Login

sachsen-depesche.de

Freigegeben in Regional

PEGIDA und Identitäre am Dresdner Hauptbahnhof

„Eure Politik ist Schrott!“

Dienstag, 21 Februar 2017 22:32
Anhänger von PEGIDA am 20.02.2017 auf der Prager Straße in Dresden Anhänger von PEGIDA am 20.02.2017 auf der Prager Straße in Dresden Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – Der lautstarke Jubel der PEGIDA-Anhänger auf dem Wiener Platz gilt den Aktivisten der Identitären Bewegung (IB). Jene hatten am Vormittag in einer Überraschungsaktion mittels Hebebühne ein Banner an dem umstrittenen Schrottbus-Monument auf dem Neumarkt befestigt, Motto: „Eure Politik ist Schrott! Keine Interventionskriege, keine Waffenlieferungen = keine Migration“. Diese Räuber-und-Gendarm-Attitüde imponiert den Pegidianern, sind sie selbst doch seit 28 Monaten auf immer gleichen „Spaziergängen“ durch das Dresdner Stadtzentrum unterwegs, die außer missvergnügten Ehefrauen und der Antifa kaum noch jemanden aufregen.

Die linken jungen Leute, welche keinen ärgeren Feind kennen, als das Volk, dem sie entstammen, nutzten auch am Montagabend jede Gelegenheit, um gegen PEGIDA und den allgegenwärtigen „Rassismus“ Gesicht zu zeigen, zumindest ein paar Zentimeter Babyspeck, den dunkle Kapuzen und vorsichtshalber getragene Sonnenbrillen gerade noch erkennen ließen. Auch wenn die Sitzblockade hinterm Rathaus nicht funktionierte, da die „Spaziergänger“ von der Polizei auf der Nachbarspur vorbeigeleitet wurden, riefen sie den in die Prager Straße einbiegenden Islamkritikern noch „Sterben, Sterben!“ hinterher, worauf diese „Ihr seid so lächerlich“ zurückbrüllten. Auf der Prager hatten sich dann AfD- und PEGIDA-Sympathisanten in Sträflingskleidung aufgestellt – ein Wunschbild, das die Kanzlerin und ihre „Vasallen“ vorzustellen suchte.

Es war nicht nur das Wetter. Der verbissene Ernst, hinter dem Hass glitzert, mit dem alle Beteiligten Woche für Woche bei der Sache sind, schafft eine bedrückende Atmosphäre, die bleiern auf der der Landeshauptstadt lastet. Im Sog von dumpfer Wut ist Freude zur Schadenfreude verkommen und Humor zur Häme geworden. Goldigen Humor bewies immerhin Lutz Bachmann, der – angesichts der unübersichtlichen Situation in der sächsischen AfD – ankündigte, dass man (für die Bundestagswahlen im Herbst) nun doch „in Sächsische Schweiz / Oberelbe“ (sic!) und in Meißen „einen parteiungebundenen, wirklichen freien, ohne Parteiklüngel, Direktdemokraten“ aufstellen werde, um „einen Aufpasser vor Ort zu haben“...

Artikel bewerten
(12 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten