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Neurechter Asylgegner-Verein expandiert

„Ein Prozent“ kündigt „Widerstand“ gegen „Islamisten-Moschee“ in Dresden an

Freitag, 09 Juni 2017 16:05
„Ein Prozent“ kündigt „Widerstand“ gegen „Islamisten-Moschee“ in Dresden an Quelle: einprozent.de

Dresden – Die rechtsgerichtete Gruppierung „Ein Prozent für unser Land“ hat ihren „Widerstand“ gegen die Moscheebau-Pläne des „Marwa El-Sherbini Kultur- und Bildungszentrums“ in Dresden angekündigt. Auf ihrer Internetseite schreibt „Ein Prozent“, man werde „die Entwicklung in dieser Sache weiter im Auge behalten“ und „genau beobachten“, welche Schritte weiter unternommen würden.

In dem Text heißt es weiter: „Sollten sich die Hinweise auf eine Islamisten-Moschee in der Dresdner Innenstadt erhärten oder sogar konkrete Planungen öffentlich werden, würde sich dies als zugkräftiges Mobilisierungsthema für AfD, Pegida und andere zuwanderungs- und islamkritische Bürgerinitiativen erweisen.“ Der Beitrag schließt mit dem drohenden Hinweis: „Mit unserem Widerstand gegen ihre Moscheebaupläne in Dresden können sie rechnen.“

In ihrem Text gehen die Rechten auch auf die von den Sicherheitsbehörden beobachteten Verbindungen des „Marwa El-Sherbini-Zentrums“ und der mit diesem personell verwobenen „Sächsischen Begegnungsstätte“ (SBS) zu den international organisierten, radikal-islamistischen Muslimbrüdern ein. SACHSEN DEPESCHE hatte in mehreren Beiträgen über diesen Sachverhalt berichtet (z.B. hier: https://www.sachsen-depesche.de/politik/muslimbr%C3%BCder-verst%C3%A4rken-ihre-aktivit%C3%A4ten-in-sachsen.html). Das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz hat beobachtet, dass die Muslimbruderschaft insbesondere unter Asylbewerbern neue Mitstreiter rekrutiert. Konkrete Standort-Angaben für die geplante Moschee in Dresden oder ein Zeitfenster gibt es allerdings noch nicht. El-Sherbini-Zentrumssprecher Ronald-Muhammed Wellenreuther machte bislang nur nebulöse Andeutungen. Vor „Ein Prozent“ hatte sich die AfD gegen die Moscheepläne in Dresden ausgesprochen (https://www.sachsen-depesche.de/regional/afd-will-moscheebau-des-„marwa-el-sherbiny-kulturzentrums“-in-dresden-verhindern.html).

Der Verein „Ein Prozent für unser Land“ (www.einprozent.de) wurde im Februar 2016 mit Unterstützung des neurechten Verlegers Götz Kubitschek (Verlag Antaios, Institut für Staatspolitik), des ehemals linken Journalisten Jürgen Elsässer („Compact“) und des Staatsrechtlers Prof. Karl Albrecht Schachtschneider gegründet und hat seinen Sitz im ostsächsischen Kurort Oybin nahe der Grenze zu Polen und Tschechien. Vereinsvorsitzender ist der Student und Verleger Philip Stein (Jungeuropa Verlag), sein Stellvertreter der Garten- und Landschaftsbauer Helge Hilse, der im Netz als Zuständiger für den Bereich „Aktivismus“ ausgewiesen ist.

„Ein Prozent“ bezeichnet sich selbst als „größtes patriotisches Bürgernetzwerk“ in Deutschland und sieht sich als Speerspitze des „Widerstandes“ gegen die „Flüchtlingsinvasion“, so die Diktion auf der Internetseite. Der Verein wirkt darüber hinaus als bundesweite Vernetzungsstelle für zahlreiche „Bürgerinitiativen“, sprich lokale Gruppen von Asyl- und Zuwanderungsgegnern. Als neuesten Coup hat die rechte Gruppierung ein „Hausprojekt“ mit Büros, Planungszentrale, Konferenzzimmer und einem Veranstaltungsraum für mindestens 60 Personen angekündigt, das demnächst eröffnet werden soll. Wo sich das künftige „Ein Prozent“-Haus befindet, ist nicht bekannt.

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