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Aktuelle Umfrage

Zuwanderung in Sachsen Thema Nummer eins

Mittwoch, 01 Juli 2015 15:58
Logo von TNS Emnid Logo von TNS Emnid Quelle: TNS Emnid

Dresden - Eine aktuelle Umfrage, die TNS emnid im Auftrag der Staatsregierung durchgeführt hat, zeigt ein differenziertes Meinungsbild der Sachsen zur Zuwanderungs- und Asylpolitik. Zugleich offenbart die Erhebung eine deutliche Verschiebung bei der Prioritätensetzung der Bürger. Benannten im Vorjahr nur vier Prozent der Sachsen Zuwanderung als das wichtigste politische Thema im Land, rangiert es nun mit 20 Prozent auf Platz eins – noch vor noch vor Arbeitslosigkeit (18 Prozent), Kriminalität (zehn Prozent) oder Bildung und sozialen Problemen (beide acht Prozent). Die repräsentative Umfrage wurde in der Zeit vom 21. Mai bis zum 18. Juni unter 1.027 wahlberechtigten Sachsen durchgeführt.

Anhand der veröffentlichten Daten wird deutlich, dass man im Freistaat skeptischer als der Bundesdurchschnitt ist, was Migrationsfragen anbelangt. So sind 75 Prozent der Sachsen der Meinung, dass Zuwanderung eine zusätzliche Belastung für den Sozialstaat darstellt. Im Bund teilen diese Ansicht 64 Prozent. Ebenfalls 75 Prozent meinen, dass Zuwanderung zu Problemen in den Schulen führt (Bund: 61 Prozent), und nur 55 Prozent glauben, dass Migranten das Leben in Deutschland interessanter machen (Bund: 67 Prozent). Dennoch spricht sich die überwiegende Mehrheit nach wie vor dafür aus, Flüchtlinge aufzunehmen, die aus Bürgerkriegsländern kommen (91 Prozent Zustimmung) oder aus politischen oder religiösen Gründen (77 Prozent) und wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe (72 Prozent) verfolgt werden. Eine Aufnahme von Wirtschaftsflüchtlingen lehnen hingegen 60 Prozent der Sachsen ab, während nur 36 Prozent dies für richtig erachten.

Die überwiegende Skepsis schlägt sich auch bei der Bewertung der sogenannten „Willkommenskultur“ nieder, die von der Sächsischen Staatsregierung gerne im Munde geführt wird. Die Umfrage fügt sich daher in das Bild ein, das von den zahlreichen Asylprotesten in vielen Städten und Gemeinden in den vergangenen Monaten geprägt wurde. Eine klare Mehrheit der Sachsen bezweifelt nämlich, dass Zuwanderer von der Bevölkerung vor Ort willkommen geheißen werden. So meinen 46 Prozent der Befragten, Zuwanderer seien „eher unwillkommen“, während 14 Prozent sogar der Ansicht sind, sie seien „sehr unwillkommen“. Positive Erwartungen haben hingegen nur 38 Prozent.

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