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Einmalzahlung von 2.500 Euro an die Betroffenen beschlossen

Veronika Bellmann (CDU): Entschädigung für deutsche Zwangsarbeiter schließt „eine seit langem bestehende Gerechtigkeitslücke“

Donnerstag, 14 Juli 2016 01:28
Veronika Bellmann, MdB (CDU) Veronika Bellmann, MdB (CDU) Quelle: veronika-bellmann.de (DBT/ von Saldern, Berlin)

Berlin – Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat eine Einmalzahlung von 2.500 Euro als Entschädigung für frühere deutsche Zwangsarbeiter beschlossen. Insgesamt sollen in den kommenden drei Jahren dafür 50 Millionen Euro aus Bundesmitteln bereitgestellt werden. Die Regelung tritt am 1. August 2016 in Kraft.

Für die mittelsächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann, die auch Mitglied der Pommerschen Landsmannschaft im Bund der Vertriebenen (BdV) ist, wurde damit „eine seit langem bestehende Gerechtigkeitslücke“ geschlossen. „Das große Leid, das viele Zivilpersonen aufgrund ihrer deutschen Staats- oder Volkszugehörigkeit in Folge des Zweiten Weltkrieges unverschuldet zu ertragen hatten, erfährt auf diese Weise eine symbolische Anerkennung und ist eine wichtige Geste der Wertschätzung für diese Opfergruppe“, so Bellmann.

Weiter erklärte die CDU-Politikerin: „Das Leiden dieser Menschen geht oft weit über die allgemeinen Folgen von Krieg und Vertreibung hinaus. Es ist Teil vieler deutscher Familiengeschichten. Deutsche Zwangsarbeiter waren vor allem Frauen, alte Menschen und Kinder, die verschleppt und unter unmenschlichen Bedingungen zur Arbeit gezwungen wurden. Gewalt, Vergewaltigung, schwere Zwangsarbeit, Kälte, Hunger, Krankheit und Entkräftung haben vielen das Leben genommen, den Überlebenden lebenslange Traumata  beschert, alle aber wertvolle Lebenszeit  gekostet. Das alles kann ich aus familiärer Betroffenheit und der vieler Menschen aus meinem Umfeld, so zum Beispiel aus dem BdV Freiberg bestätigen.“

Es sei höchste Zeit gewesen, auch den zivilen deutschen Zwangsarbeitern, die oftmals als „menschliche Kriegsreparation“ verschleppt worden seien, eine späte Wiedergutmachung zukommen zu lassen. „Ich bedauere, dass viele Betroffene diese Entschädigung nicht mehr erleben können und freue mich umso mehr mit denen, die diese symbolische Anerkennung ihres Leides noch erfahren“, so Bellmann abschließend.

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