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„Leck im Boot“ muss beseitigt werden

Thilo Sarrazin: „Wenn ein 80-Millionen-Volk nicht in der Lage ist, seine eigenen Grenzen zu schützen, gibt es sich selbst auf“

Dienstag, 09 Februar 2016 23:37
Thilo Sarrazin Thilo Sarrazin Quelle: SACHSEN DEPESCHE

Dresden – Nach einer neuen Prognose des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft kommen auf den Steuerzahler in den Jahren 2016 und 2017 Kosten von etwa 50 Milliarden Euro für Unterbringung, Verpflegung und Weiterbildung von Asylbewerbern zu. Der frühere Berliner Finanzsenator und Bundesbanker Thilo Sarrazin rechnet bei unvermindertem Zustrom von Migranten in den kommenden Jahrzehnten sogar mit Kosten von über einer Billion Euro.

In einem Interview mit der „Passauer Neuen Presse“ erklärte Sarrazin: „Unter extrem zurückhaltenden Annahmen habe ich ausgerechnet, dass sich die finanzielle Belastung durch die Flüchtlingszuwanderung, insbesondere durch die Sozialausgaben, in den nächsten Jahrzehnten auf insgesamt 1,5 Billionen Euro belaufen wird. Das sprengt alle Vorstellungskraft und ist allenfalls mit den Belastungen der Deutschen Einheit vergleichbar.“

Der erfolgreiche Buchautor weist darauf hin, dass von den offiziell 1,1 Millionen Migranten, die im letzten Jahr nach Deutschland gekommen sind, 800.000 junge Männer waren. In der Altersgruppe der 15- bis 30-Jährigen gebe es aber nur noch fünf Millionen Männer deutscher Staatsbürgerschaft. Dadurch werde sich die Zusammensetzung der Bevölkerung auf dramatische Weise ändern. Seriöse Wissenschaftler sagten außerdem voraus, dass bis zu 80 Prozent der Asylbewerber auf dem deutschen Arbeitsmarkt keine Chance haben, weil ihnen selbst einfachste Qualifikationen fehlten, so Sarrazin.

Zur Wiederherstellung von Recht und Ordnung fordert Sarrazin konsequente Abschiebungen von illegalen Einwanderern und abgelehnten Asylbewerbern sowie eine zügige Grenzschließung. Die gegenwärtige Lage sieht er so: „Man kann Deutschland am besten mit einem Boot vergleichen, das ein Leck hat und allmählich mit Wasser vollläuft. Das Leck muss unbedingt beseitigt werden. Nur so lässt sich verhindern, dass weiteres Wasser hineinläuft und das Boot sinkt. Im Augenblick kommen täglich 3.000 bis 4.000 Menschen zu uns. Hochgerechnet auf ein Jahr wären das wieder eine Million oder mehr. Die dringlichste Maßnahme ist die Schließung der Grenzen. Rechtlich und politisch sehe ich da keine Hindernisse. Wenn ein 80-Millionen-Volk nicht in der Lage ist, seine eigenen Grenzen zu schützen, gibt es sich selbst auf.“

Die massenhaften sexuellen Übergriffe von vorwiegend Nordafrikanern auf Frauen in der Silvesternacht in Köln hat nach Sarrazins Auffassung maßgeblich zum Kippen der Stimmung im Land beigetragen. Von den Folgen der Asylkrise fühlten sich die Bürger nun persönlich betroffen und bedroht. „Vor Köln war die Flüchtlingszuwanderung für 80 Prozent der Deutschen ein abstraktes Problem, von dem sie in der Zeitung gelesen haben – und mehr nicht. Jetzt fragt sich der normale Bürger, ob er seine 16-jährige Tochter mit ihren Freundinnen noch abends ausgehen lassen kann. Plötzlich betrifft die Sache alle“, so Autor des Bestsellers „Deutschland schafft sich ab“.

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