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Besuch in der KLINIK BAVARIA Kreischa

Susanne Schaper (LINKE): „Gesundheit ist keine Ware!“

Dienstag, 24 Mai 2016 18:48
Susanne Schaper (LINKE) Susanne Schaper (LINKE) Quelle: dielinke-chemnitz.de | Foto: Susanne Schaper

Dresden/Kreischa – Die Landtagsabgeordneten Verena Meiwald und Susanne Schaper (beide LINKE) haben am Montag die KLINIK BAVARIA in Kreischa besucht, um sich vor Ort ein Bild von der Situation der medizinischen Versorgung zu verschaffen. Die bekannte Fachklinik im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bietet ein breitgefächertes Angebot an medizinischer Diagnostik und Rehabilitation.

Wie Schaper und Meiwald nach ihrem Besuch mitteilten, soll der am kommenden Freitag im Landtag behandelte Antrag „Sachsens Krankenhäuser zukunftsfest machen“ der Fraktion DIE LINKE dazu dienen, die wohnortnahe und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung im ländlichen Raum, wie sie Kliniken wie in Kreischa bieten – auch vor dem Hintergrund des Krankenhausstrukturgesetzes –, zu sichern. Die beiden Linkspolitikerinnen reagierten damit auch auf die Ankündigung von Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU), dass „lokale Gesundheitszentren“ die „Medizin auf dem Lande sichern“ sollen.

Hierzu erklärte Susanne Schaper, die als gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Sächsischen Landtag fungiert: „Es ist höchst erfreulich, wenn sich Ministerin Klepsch zumindest der Presse gegenüber zu den Ergebnissen des Gutachterverfahrens, welches 2018 abgeschlossen sein soll, zur Krankenhausplanung bis 2030 äußert. Den Abgeordneten des Sächsischen Landtages gegenüber hält sie sich diesbezüglich eher bedeckt.“

Dass Klepsch nun „lokale Gesundheitszentren, in denen ambulante und stationäre Versorgung zusammenfließen, als eine Möglichkeit der Reaktion auf die katastrophale medizinische Unterversorgung, insbesondere im ländlichen Raum sieht“, sei, so Schaper, „bemerkenswert“, seien „doch derartige Gesundheitszentren bzw. Versorgungszentren nichts anderes als eine Umwandlung des Systems der Polikliniken in eine neue angepasste Form der medizinischen Versorgung“. Dies habe die Staatsregierung sonst immer „als Teufelszeug der Planwirtschaft im sozialistischen Gesundheitswesen bekämpft und zerschlagen, ohne ihre zweifelsfreien Vorteile zu berücksichtigen“, erklärte die LINKE-Politikerin.

Dennoch könne der Ausbau der ambulanten Versorgung vor Ort die stationäre Versorgung nicht ersetzen. „Von der wohnortnahen und qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung, die laut Koalitionsvertrag zu sichern sei, ist man selbst mit den Gesundheits- bzw. Versorgungszentren noch weit entfernt“, bemängelte die Gesundheitspolitikerin der Linksfraktion.

Krankenhäuser müssten auch im ländlichen Raum „unbedingt erhalten bleiben, auch wenn nicht jede Station oder Klinik unter betriebswirtschaftlichen Aspekten rentabel ist“. Gesundheitseinrichtungen als Elemente der öffentlichen und sozialen Daseinsvorsorge dürften „nicht gewinnorientiert betrieben werden“, denn „Gesundheit ist keine Ware“, so Susanne Schaper.

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