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AfD-Nachwuchs kritisiert Borniertheit und Unwissen über neugotische Schrift

Stadtverwaltung Eisenach sieht in historischer Frakturschrift NS-Gedankengut

Sonntag, 17 Juli 2016 00:13
EISENACH dreht ab! EISENACH dreht ab!

Eisenach - Die Stadtverwaltung der Wartburgstadt Eisenach (Thüringen) trägt sich tatsächlich mit dem Gedanken, zwei gusseiserne Eingangsschilder zu entfernen, da eine neugotische Schrift zu rechtslastig wirken würde. Die Vorsitzenden der AfD Jugendorganisation in Sachsen, wundern sich über diese historische Fehleinschätzung.

So äußert der Vorsitzende Julien Wiesemann (Junge Alternative):
„Die Schilder wurden 1988, also zu DDR-Zeiten angebracht. Dieses Regime als rechtslastig zu bezeichnen wäre schon recht abenteuerlich. Ich kann ja verstehen, dass man Zeugnisse des 3. Reichs entfernt, aber Schriftzüge aus ganz anderen Epochen zu entfernen, nur weil sie alt aussehen, das geht dann deutlich zu weit. Damit zerstören wir das kulturelle Erbe unseres Landes und machen eine ausgewogene Erinnerungskultur unmöglich. Ein gefestigter Umgang mit der eigenen Geschichte sieht jedenfalls anders aus.“

JA Co-Vorsitzender, Ronny Steinicke, ergänzt:
„Bei der Schriftart die für die beiden Eingangsschilder verwendet wurde, handelt es sich um die sogenannte Fraktur. Sie war jahrhundertelang die gebräuchlichste Druckschrift Deutschlands. Unter den Nationalsozialisten allerdings war sie verpönt. Adolf Hitler selbst hat ihre Abschaffung und die Einführung unserer heutigen Druckschrift angeordnet. Die Schilder zu entfernen und durch Schilder mit moderner Schrift zu ersetzen, wäre also ganz und gar in seinem Sinne gewesen. Die Verwaltung der Stadt Eisenach sollte sich beim nächsten Mal informieren, bevor sie sich an historischen Objekten vergreifen.

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