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Rechtspopulismus in Dresden

Speakers‘ Corner bei PEGIDA in Dresden

Freitag, 23 März 2018 08:39
PEGIDA-Chef Bachmann mit Sellners Londoner Rede PEGIDA-Chef Bachmann mit Sellners Londoner Rede Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – Noch bis 1783 standen sie ganz in der Nähe der heutigen Londoner Speakers‘ Corner: Galgen, wo den zum Tode Verurteilten ein letztes Wort gestattet war. Seit 1872 darf an diesem Ort jedermann ohne Anmeldung einen beliebigen Vortrag zelebrieren. Eigentlich. Karl Marx und Lenin haben es jedenfalls getan. Der Identitären-Chef Martin Sellner wollte, aber durfte nicht, landete in Ihrer Majestät Abschiebehaft. Lutz Bachmann wollte stellvertretend und durfte auch nicht. Mit großem Pathos hat der PEGIDA-Gründer nun den symbolträchtigen Ort nach Sachsen verlegt, um die verhinderte Rede Sellners von Dresdens Altmarkt aus der Welt zur Kenntnis zu geben, am Abend des 19. März bei der 139. PEGIDA in der Landeshauptstadt.

Als Auftakt ein paar Phrasen zum Thema Meinungsfreiheit, dann das Abenteuer auf der Insel. Nachdem eine Veranstaltung, bei der Sellner sprechen sollte, vergangenen Herbst abgesagt worden war, hatten es englische Linksextremisten erneut vermocht, einen Ausweichtermin im März 2018 zu verhindern. Blieb nur Speakers‘ Corner, wenn es denn geklappt hätte! Sagen wolle Sellner den Briten dennoch, daß sie durch islamische Masseneinwanderung „ausgetauscht“ und die Europäer so zu „Fremden im eigenen Land“ würden. Regierung und Antifa verhinderten jede Diskussion darüber. Ohne Meinungsfreiheit aber gebe es auch keine Demokratie.

Die „Patrioten Englands“ fordere Sellner auf, ihren Widerstand „sichtbar“ zu machen. Der Brexit habe gezeigt, daß der Wille der englischen Nation ungebrochen sei. Deren „Söhne und Töchter“ könnten auf eine ruhmreiche Vergangenheit als „Ritter, Könige, Forscher und Künstler“ zurückblicken. Das Volk des Vereinigten Königreichs, der Souverän, müsse jetzt Nein sagen, zu Islamisierung, Masseneinwanderung und Großem Austausch und Ja, zu Identität, Sicherheit und der Zukunft seiner Kinder. Dies aber funktioniere nur mit Meinungsfreiheit, so Bachmann/Sellner abschließend, der Kampf dafür habe gerade begonnen, und Speakers‘ Corner werde ein Symbol sein.

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