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„Programm zur Sicherung der Hebammenversorgung“

Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) will mehr Hebammen für Sachsen

Freitag, 02 Juni 2017 16:20
Eine Hebamme bei ihrer Arbeit Eine Hebamme bei ihrer Arbeit Quelle: wikimedia.org | Pumpkingood | CC BY-SA 3.0

Dresden – Weil es in Sachsen an qualifizierten Hebammen mangelt, will die sächsische Staatsregierung – unterstützt von den Landtags-Grünen – finanzielle Starthilfen zur Gründung und Erneuerung von Praxen sowie „Zuschüsse für außerklinische Geburten in Regionen mit einem Mangel an Angeboten“ bereitstellen. Nach Angaben des Sächsischen Hebammenverbandes sind im Freistaat nur noch 70 (!) freiberufliche Geburtshelferinnen aktiv – eine Folge der Vervielfachung der Beiträge zur Berufshaftpflichtversicherung, der viele Hebammen in den Ruin getrieben hat und wenig Anreiz zur Neugründung von Praxen bietet. Ab Juli müssen Hebammen pro Jahr über 7.600 Euro dafür aufwenden.

Gegenüber dem MDR brachte Grit Kretschmar-Zimmer, Landesvorsitzende des Hebammenverbandes, die Problematik auf den Punkt: „Die Betreuung der Schwangeren und die Wochenbettnachsorge kann für viele Frauen nur mit großen Schwierigkeiten geleistet werden", sagt, die Landesvorsitzende des Sächsischen Hebammenverbandes. Für viele Frauen sei es unheimlich schwer, aufwendig und langwierig eine Hebamme für sich und das eigene Baby zu finden.“

Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) will für 2017 und 2018 jährlich 175.000 Euro an Zuschüssen verteilen – der Posten wurde bei den Beratungen zum aktuellen Doppelhaushalt auf Antrag der Grünen eingeplant. Die neue Initiative firmiert im Ministerium als „Programm zur Sicherung der Hebammenversorgung“ – es sollen unter anderem eine „Koordinierungsstelle für Hebammenleistungen“ geschaffen und Maßnahmen „zur Gewinnung von Berufsnachwuchs“ gefördert werden. Ob dies jedoch letztendlich ausreichen wird, ist zweifelhaft. Experten sind sich einig, dass nur eine Änderung bei der Regelung zur Berufshaftpflicht nachhaltige Verbesserungen bringen würde. Hier fehlt der Landes-, aber auch der Bundesregierung leider ein Konzept.

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