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Außenstelle mit 700 Plätzen

Schwarz-Rot beschließt Asylbewerber-Erstaufnahme für Zwickau

Samstag, 22 August 2015 19:13
Martin Dulig, SPD Martin Dulig, SPD Quelle: spd-sachsen.de | Foto: Götz Schleser

Zwickau – Auch Sachsens viertgrößte Stadt Zwickau soll nach den Plänen der sächsischen Staatsregierung eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber erhalten. Dies teilten Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Donnerstag nach einer Kabinettssitzung in Dresden mit. Bei der Einrichtung soll es sich um eine Außenstelle mit 700 Plätzen handeln. Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) bemängelte, dass die Stadt nicht in die Planungen des Freistaates einbezogen worden war.

Weitere Ergebnisse des sächsischen Asyl-Gipfels: Für die Außenstelle Schneeberg sind mittelfristig 300 Plätze geplant, für Chemnitz 1800. In Leipzig und Dresden soll es jeweils 3600 Plätze geben. Hinzu kommt eine feste Reserve mit 3500 Plätzen. Was die Aufteilung der Asylbewerber auf die Landkreise und deren Unterbringung betrifft, handelt die Landesregierung indes zunehmend planlos und spontan. Sachsen muss nach der aktuellen Asyl-Prognose in diesem Jahr für die Unterbringung von 40.000 Neuankömmlingen sorgen.

Unterdessen zeigte der sächsische CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer über den Zustrom von Asylbewerbern nach Deutschland besorgt. Über „Twitter“ setzte der Bundestagsabgeordnete die Nachricht ab: „Prognose dieses Jahr 800.000 Flüchtlinge – das sind zu viele. So wird es nicht weitergehen können. Vor uns liegt eine schwierige Diskussion.“ Oppositionspolitiker warfen ihm daraufhin Stimmungsmache gegen Flüchtlinge vor, Sachsens Grünen-Chef Jürgen Kasek nannte Kretschmers Äußerung „Brandbeschleunigerrhetorik“ von „Rechtsaußen“.

Dies braucht sich Sachsens Ministerpräsident nicht vorwerfen lassen. Unbeeindruckt von Kritik aus den eigenen Reihen rief er die Bürger am Donnerstag dazu auf, sich für Asylbewerber und Flüchtlinge zu engagieren. „Nächstenliebe ist nicht etwas, das man nur predigt, sondern das man auch lebt“, so Tillich. Dass „Nächstenliebe“ nicht bedeuten kann, dem großen Anteil von Wirtschaftsflüchtlingen und Scheinasylanten auf Kosten des deutschen Steuerzahlers ein bequemes Leben zu ermöglichen, vergaß Sachsens Landesvater leider zu erwähnen.

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