Login

sachsen-depesche.de

Freigegeben in Politik

Leipziger Hassprediger Hassan Dabbagh im Visier der Behörden

Salafisten in Sachsen rekrutieren verstärkt Asylbewerber für den „Heiligen Krieg“

Mittwoch, 23 Dezember 2015 22:50
Salafisten in Sachsen rekrutieren verstärkt Asylbewerber für den „Heiligen Krieg“ Quelle: 4.bp.blogspot.com

Leipzig – Was schon seit geraumer Zeit vor dem regelrecht von Asylantragstellern belagerten Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) zu beobachten ist, wird auch in Sachsen zunehmend zu einem Problem: Immer öfter tauchen radikale Salafisten vor den Unterkünften der Asylbewerber auf, um sie zu „bekehren“ und für den „Dschihad“, den „Heiligen Krieg“ in Syrien und im Irak, zu rekrutieren. Das Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet diese Entwicklung intensiver denn je und spricht von „propagandistischen und sozialen Aktivitäten“ der Salafisten vor Flüchtlingsheimen. Im Blickpunkt der Schlapphüte steht dabei vor allem die Leipziger Al-Rahman-Moschee mit ihrem Prediger Hassan Dabbagh, den Sicherheitsbehörden zu den gefährlichsten Anführern der Salafisten in Deutschland zählen. Der Plattenbau im Zentrum-Nord gilt als „geistiges Zentrum“ der laut Verfassungsschutz etwa 170 Anhänger des Salafismus in Sachsen.

 Der selbsternannte „Imam von Sachsen“ geriet bereits 2009 ins Visier der Behörden, als in seiner Al-Rahman-Moschee Hetzschriften sichergestellt wurden, die zum Mord an „Ungläubigen“ aufriefen. Mehrere Verfahren gegen den fragwürdigen „Gottesmann“ wurden eingestellt. Der als Syrien stammende Islamist war zu dieser Zeit oft Gast in Talkshows und gab dort tiefe Einblicke in sein bedenkliches Welt- und Menschenbild. So weigerte er sich bei allen Auftritten, Frauen die Hand zu geben, und führte zur Begründung an: „Es ist besser für einen Mann, ein Stück Eisen in den Kopf geschlagen zu bekommen, als eine fremde Frau anzufassen.“

Bei „Sabine Christiansen“ rechtfertigte Dabbagh gar den während der Fußball-WM 2006 von den sogenannten „Kofferbombern“ geplanten Massenmord an Hunderten Zivilisten in zwei Nahverkehrszügen als eine aus seiner Sicht nachvollziehbare Trotzreaktion auf eine negative Darstellung des Islam in den deutschen Medien. Und in der in der Sendung „Menschen bei Maischberger“ gab er auf die Frage, ob er den Koran über das Grundgesetz stelle, die vielsagende Antwort: „Solange wir in der Minderheit sind, akzeptieren wir eure Rechtsordnung.“

Im Jahr 2014 mussten sich zudem die beiden (!) Ehefrauen des Salafistenchefs vor dem Amtsgericht Leipzig wegen Betrugs verantworten. Die „Leipziger Volkszeitung“ vermerkte damals: „Immerhin darf der Imam offenbar mit zwei Ehefrauen leben, wie das aktuelle Gerichtsverfahren zeigt.“ Bigamie, die von islamischen Geistlichen nach der Scharia abgesegnet werde, bleibe in Deutschland straffrei. Nur wenn das Standesamt hintergangen werde, schreite die Justiz ein.

Laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft bewilligte das Bundesverwaltungsamt 2009 den beiden Damen insgesamt 82.800 Euro an Fördermitteln für ihren Verein „Al Amal – Die Hoffnung“. Mit den Geldern sollten unter anderem drei Angestellte, darunter Hassan Dabbagh höchstpersönlich, drei Jahre lang bis Ende 2012 finanziert werden. Allerdings vermutete die Staatsanwaltschaft, dass die Gelder für dieses ohnehin schon mehr als fragwürdige Projekt auch noch zweckentfremdet wurden. Die Förderung endete aufgrund des Betrugsverdachts Ende Juli 2011, bis dahin waren 42.698,09 Euro ausgezahlt worden. Im Mai 2015 wurde das Verfahren gegen die Auflage der Rückzahlung der Fördergelder schließlich eingestellt.

Nun stellte man in der Erstaufnahmeeinrichtung auf der Neuen Messe in Leipzig eine seltsame Entwicklung fest. Nahezu täglich meldeten sich Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak bei den Betreuern und erkundigten sich nach Rückkehrmöglichkeiten in ihre Heimatländer. Die Mitarbeiter wurden misstrauisch und stellten fest, dass alle Männer zuvor Gespräche mit einem Perser geführt hatten, der in der Unterkunft ehrenamtlich als Dolmetscher arbeitete. Es stellte sich schließlich heraus, dass der Iraner zur Salafistenszene in Leipzig gehört und unter den Bewohnern der Erstaufnahmeeinrichtung missionierte. Der Dolmetscher erhielt daraufhin Hausverbot, vor der Neuen Messe, aber auch vor anderen Einrichtungen in Leipzig und Sachsen halten sich Salafisten aber nach wie vor vermehrt auf und bieten den Asylbewerbern Hilfe oder auch kostenloses Essen an.

Gegenüber der „Dresdner Morgenpost“ erklärte Verfassungsschutz-Sprecher Martin Döring unlängst, dass dem sächsischen Geheimdienst Informationen vorlägen, nach denen „sich eine Person, die im Umfeld der Al-Rahman-Moschee bekannt geworden ist, dem ,Islamischen Staat‘ in Syrien angeschlossen hat.“ Dass dies kein Einzelfall bleiben könnte, steht angesichts der aktuellen Entwicklungen zu befürchten. Die Behörden von Bund und Ländern bleiben – insbesondere was die unkontrollierte Einreise und das massenhafte Untertauchen von Migranten betrifft – allerdings geradezu sträflich untätig.

Artikel bewerten
(6 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten