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Ex-Minister nennt Merkels erneute Kanzlerkandidatur als Grund

Sachsens früherer Finanzminister Horst Metz aus der CDU ausgetreten

Freitag, 17 Februar 2017 03:10

Dresden – Die CDU in Sachsen hat einen weiteren prominenten Austritt hinzunehmen. Nach 48 Jahren Mitgliedschaft gab nun der ehemalige sächsische Finanzminister Horst Metz sein Parteibuch zurück und begründete dies unter anderem mit der erneuten Kanzlerkandidatur von Angela Merkel. Gegenüber der „Sächsischen Zeitung“ sagte Metz zu seinem Austritt: „Ich habe das Gefühl, das ist nicht mehr meine CDU.“ Als Merkel erklärt habe, dass sie zur Bundestagswahl noch einmal antritt, „war für mich klar, dass ich austrete“, so der frühere Landesminister.

Metz, der aus Mecklenburg-Vorpommern stammt, gehörte dem Sächsischen Landtag von 1990 bis 2009 an und war in den Kabinetten Milbradt I und Milbradt II von 2002 bis 2007 Staatsminister der Finanzen. Infolge des Skandals um die Pleite der SachsenLB trat er zum 30. September 2007 von seinem Amt zurück und bewarb sich nicht erneut um ein Mandat. Sein Nachfolger wurde der heutige Ministerpräsident Stanislaw Tillich.

Laut „Sächsischer Zeitung“ zeigte sich der sächsische CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer unbeeindruckt von dem Parteiaustritt des früheren Spitzenpolitikers. Zwar bedauere er dessen Schritt. „Aber ich kann damit wenig anfangen“, so Kretschmer. In der Union sei man, „weil wir etwas bewegen wollen“. Die Partei sei derzeit „so diskussionsfreudig, wie sie unter Helmut Kohl niemals war“.

Vor fast genau einem Jahr trat schon mit Steffen Heitmann ein früherer sächsischer Landesminister aus der CDU aus. Der Dresdner leitete von 1990 bis 2000 das Justizressort. Bei seinem Austritt gab er die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung als Grund an. In seinem Austrittsschreiben machte er Merkel für einen „unkontrollierten Flüchtlingsstrom“ verantwortlich und erklärte: „Ich habe mich noch nie – nicht einmal in der DDR – so fremd in meinem Land gefühlt.“

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