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DLRG und DRK-Wasserwacht schlagen Alarm

Sachsen sucht dringend neue Rettungsschwimmer

Mittwoch, 27 Juli 2016 13:36
Nasses Vergnügen oder gefährliches Nass? Nasses Vergnügen oder gefährliches Nass? Quelle: SACHSEN DEPESCHE

Dresden – Dass an Sachsens Badeseen und Schwimmbädern die Sicherheit gewährleistet ist, liegt vor allem an den – zumeist ehrenamtlich tätigen – Rettungsschwimmern der DLRG, die auf die Einhaltung der Badeordnung achten und notfalls ins Wasser gehen, um Ertrinkende zu retten. Obwohl die DLRG Sachsen nach einem Bericht des MDR auch in diesem Jahr wieder mehr Anmeldungen als Plätze für ihr Sommercamp vorliegen hatte, fällt es den Schwimmbädern zunehmend schwer, Rettungsschwimmer zu finden.

Bereits vor Beginn der Badesaison schlug die sächsische DLRG Alarm. „Die Seenlandschaft zum Beispiel in der Lausitz wächst ständig und so werden auch immer mehr Rettungsschwimmer gebraucht“, so Ria Zietsch vom DLRG-Landesverband Sachsen nach einem Bericht der „Sächsischen Zeitung“ im April dieses Jahres. Auch Joachim Weiß von der Wasserwacht des DRK Sachsen erklärte, dass man „grundsätzlich immer auf der Suche“ nach neuen Rettungsschwimmern sei.

Doch woran liegt es, dass es trotz guter Nachwuchsarbeit von DLRG und DRK in Sachsen ein akuter Mangel an Rettungsschwimmern besteht? Zum einen liegt es laut Tilo Wester von der DLRG daran, dass das Interesse bei Kindern nach wie vor sehr groß ist, jedoch ab einem Alter von 16 Jahren spürbar abnehme. Ein Einsatz als Rettungsschwimmer ist aber erst ab 18 möglich. Zudem beginnen viele potenzielle Kandidaten diesen Altersgruppen eine Ausbildung oder ein Studium – und das oftmals in anderen Bundesländern.

Und es kommt noch etwas anderes hinzu: Immer mehr sächsische Rettungsschwimmer werden von den Bädern an der Nord- und Ostseeküste „abgeworben“. Für viele der jungen Männer und Frauen erscheint ein Einsatzort in Ahlbeck, Heringsdorf, St. Peter Ording oder auf Sylt attraktiver, als in einem Dresdner Freibad oder an einem Baggersee in der Lausitz Dienst zu schieben.

Joachim Weiß von der DRK-Wasserwacht gibt zu bedenken: „Auf Dauer kann es sich keine Hilfsorganisation leisten, sämtliche Kosten allein zu stemmen.“ Er sieht hier auch die Kommunen in der Pflicht, etwa durch Bereitstellung von Infrastruktur wie Aussichtstürmen. Aber auch über eine bessere Entlohnung der Lebensretter müsse man nachdenken. Mit einer Aufwandsentschädigung von zwei bis drei Euro pro Stunde sei auf Dauer keine flächendeckende Badesee- und Schwimmbadüberwachung möglich.

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Schlagwörter:

Das Neueste von Michael Krug

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