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UNHCR und IOM veröffentlichen aktuelle Zahlen

Ruhe vor dem Sturm? Europa droht eine neue Migrationswelle

Freitag, 02 Dezember 2016 06:04
Ruhe vor dem Sturm? Europa droht eine neue Migrationswelle Quelle: Horst Schad

Genf – Laut einem aktuellen Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR haben in diesem Jahr über 345.000 Migranten den europäischen Kontinent über das Mittelmeer erreicht. 171.000 von ihnen kamen in Griechenland an, 168.000 kamen über Libyen nach Italien. Das sind 13 Prozent mehr als im gesamten Vorjahr. Allein im Oktober verzeichneten die Behörden in Italien die Einreise von 27.500 Migranten aus Afrika.

Nach einem Bericht des „Bayernkuriers“ gibt die Internationale Organisation für Migration (IOM) die Herkunftsländer der zumeist illegal Einreisenden wie folgt an: 

Nigeria: 33.806 Personen (Vorjahr: 19.576) 
Guinea 11.131 Migranten (Vorjahr: 1916) 
Elfenbeinküste: 10.502 Migranten (Vorjahr: ca. 3500) 
Gambia: 10.489 Migranten (Vorjahr: 6759) 
Sudan: 9033 Migranten (Vorjahr: 8692) 
Mali: 5038 Migranten (Vorjahr: 8564) 
Ghana: 5084 Migranten (Vorjahr: 3946) 

Während fast überall eine deutliche Steigerung zu beobachten ist, haben sich die Zugänge aus Eritrea nach IOM-Angaben nahezu halbiert. Mit über 19.000 Migranten ist der Staat im nordöstlichen Afrika aber noch immer das zweithäufigste Herkunftsland. Ebenfalls gesunken ist die Zuwanderung aus Somalia, von wo aus in diesem Jahr aber noch immer 11.000 Migranten über das Mittelmeer gekommen sind. 

Experten nennen als Gründe für den anhaltenden Ansturm auf Europa die Bevölkerungsexplosion in Afrika, wo die Zahl der Menschen von 230 Millionen im Jahr 1950 auf inzwischen 1,2 Milliarden im Jahr 2016 zugenommen hat. Bis 2050 wird sich die afrikanische Bevölkerungszahl demographischen Prognosen zufolge nochmal auf 2,4 Milliarden verdoppeln. 

Als wäre das alles nicht schon dramatisch genug, droht nun auch noch der Flüchtlings-Deal mit Ankara zu platzen. In der Türkei warten drei Millionen Migranten auf ihre Weiterreise nach Europa. Da die EU noch immer keinen wirksamen Schutz ihrer Außengrenzen vornimmt, droht eine neue Migrationswelle über die Balkenroute. 62.000 Migranten, darunter auch viele Afghanen, halten sich schon jetzt in Griechenland auf.

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