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Gemeinsamer Auftritt mit Detlev Spangenberg (AfD)

Peter Feist sprach auf „Compact“-Veranstaltung in Weinböhla zur Asyl- und Zuwanderungspolitik

Mittwoch, 22 Juli 2015 18:56
Referent Peter Feist bei seinem Vortrag Referent Peter Feist bei seinem Vortrag Quelle: SACHSEN DEPESCHE

Weinböhla – Am Dienstag veranstaltete das „Compact“-Magazin im „Waldhotel“ in Weinböhla eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Ist die deutsche Zuwanderungs- und Asylpolitik gescheitert?“. Referent war der „Compact“-Mitarbeiter Peter Feist, der sich nach seinen Ausführungen den Fragen aus dem Publikum und der Diskussion stellte. Neben Feist nahmen auf dem Podium der Geschäftsführer des „Compact“-Verlags, Kai Homilius, als Moderator sowie der sächsische AfD-Landtagsabgeordnete Detlev Spangenberg als Vertreter der Politik Platz. Eine Mitarbeiterin der Sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung hatte ihre Teilnahme zunächst zugesagt, sie dann „aus Termingründen“ aber wieder zurückgezogen.

Feist, geboren 1960 in Ost-Berlin, Diplom-Philosoph und Neffe Margot Honeckers, ging in seinem Vortrag nicht nur auf die aktuelle Lage ein, sondern analysierte auch wissenschaftlich fundiert die ideologische Unterfütterung der Multikulti-Politik. Der Multikulturalismus habe sich nach dem Scheitern des amerikanischen „Melting Pot“-Ansatzes entwickelt. Als sich herausgestellt habe, dass das Einschmelzen der Kulturen in den USA nicht gelungen sei, weil sich die verschiedenen ethnokulturellen Gruppen separierten und unter sich bleiben wollten, habe man einfach den Ist-Zustand zur Ideologie gemacht.

Aus dem Nebeneinander der Kulturen solle gemäß Multikulti nun ein Miteinander werden, um dann am Ende doch wieder eine Nivellierung der kulturellen Unterschiede zu erreichen. Ziel sei die Schaffung eines „neuen Menschen“, des entwurzelten, konsumorientierten und leicht steuerbaren Kapitalsklaven, so Feist. Nicht die Anerkennung der Unterschiede zwischen den Ethnien sei Rassismus, wie die Multikulturalisten behaupteten, sondern die Konstruierung eines Gegensatzes aus dem Unterschied, denn es nicht gebe. Wenn man sage „Alle Menschen sind gleich“, dann sei dies zwar „abstrakt richtig“, aber „konkret falsch“. Feist bekräftigte: „Als Humanisten sagen wir: Die Verschiedenheit ist unbestreitbar und unverzichtbar.“

Nur zwei bis drei Prozent aller Asylbewerber würden anerkannt, allerdings würden 80 Prozent der nicht anerkannten Asylanten nicht abgeschoben. Dies sei verdeckte Zuwanderung ohne juristische Grundlage. 61 Prozent der Deutschen würden jedoch Zuwanderung aus Ländern außerhalb der EU ablehnen, nur 29 Prozent seien dafür. „Wir brauchen endlich eine Volksabstimmung über die Frage, ob wir ein Einwanderungsland sein wollen“, schlussfolgerte Feist und erntete dafür großen Beifall. Mit Verweis auf Ungarn und Russland stellte der Referent fest, dass der Nationalstaat keineswegs ein Auslaufmodell sei, sondern zunehmend an Bedeutung gewinne, gerade auch hinsichtlich seiner Funktion als einzig möglicher Schutzwall gegen Massenzuwanderung.

Die massenhafte Immigration sei schon deshalb abzulehnen, weil sie den Drittweltländern die aktivsten Teile der Gesellschaft entziehe. Ohne rigide Abschiebepraxis drohe eine Eskalation, die sich niemand wünschen könne. Feist forderte daher einen intensiven und rationalen gesellschaftlichen Diskurs über Zuwanderungsfragen. Seine Ausführungen beschloss er mit den Worten: „Ich werde oft gefragt, ob wir Bürgerwehren bildet sollten. Dazu sage ich: Ja, wir sollten Bürgerwehren bilden – allerdings nicht gegen die Asylanten, sondern um die Behörden zu kontrollieren.“ Deren Versagen sei in der Zuwanderungs- und Asylpolitik offenkundig.

Im Anschluss an den Vortrag fand eine rege Debatte statt. Zahlreiche Besucher, darunter viele Bürger aus der Umgebung, die direkt von den steigenden Asylbewerberzahlen betroffen sind, machten ihrem Ärger Unmut und dokumentierten die zunehmende Abwendung der Menschen von der Politik, der sie keinerlei Lösung mehr zutrauen. Der AfD-Abgeordnete Detlev Spangenberg hatte, auch wenn er eine Partei repräsentiert, die nicht dem etablierten Kartell zugerechnet wird, einen entsprechend schweren Stand. Dennoch wusste er sich gut zu verkaufen und verdeutlichte mit seiner Aussage „Wir sind kein Einwanderungsland“ auch Unterschiede zur Position seiner Fraktionschefin Frauke Petry, die 2014 in ihrer Auftaktrede zur Regierungserklärung von Ministerpräsident Tillich (CDU) erklärt hatte: „Völlig klar ist, dass wir Asyl gewähren müssen. Richtig ist auch, dass wir Einwanderung brauchen, auch in Sachsen.“

Auch Peter Feist widersprach der Auffassung, dass Deutschland Zuwanderung brauche, vehement. „Einwanderung macht uns zum Billiglohnland“, so der „Compact“-Mitarbeiter. Die Migrationswelle müsse gestoppt werden, indem die Schlepperbanden in Afrika bekämpft und abgelehnte Asylbewerber notfalls auch binnen 48 Stunden in ihre Heimat zurückgeschickt werden. Spangenberg verwies in diesem Zusammenhang auf eine parlamentarische Initiative der sächsischen AfD-Fraktion, nur noch Sachleistungen statt Barmittel an Asylbewerber auszugeben. „Eine solche Maßnahme würde schnell zu einer drastischen Senkung der Asylzahlen führen“, so der Landtagsabgeordnete. Peter Feist plädierte schließlich dafür, in jedem Ort, in dem Asylbewerber untergebracht werden sollen, eine Bürgerbefragung durchzuführen. Niemand sei bislang gefragt worden, ob er die von Sachsens Regierung verkündete „Willkommenskultur“ wünsche.

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