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Kritik von der CDU, Zustimmung von der FDP

Niedersachsen: SPD und Grüne wollen Türkisch, Farsi und Arabisch als Unterrichtssprachen

Sonntag, 27 November 2016 16:25

Hannover – In Niedersachsen haben die rot-grünen Regierungsfraktionen einen Antrag zur Erweiterung der Unterrichtssprachen in den Landtag eingebracht. Ein Viertel der Landeseinwohner habe ausländische Wurzeln und spreche hauptsächlich Türkisch, Farsi, Arabisch oder Polnisch, heißt es in dem Papier von SPD und Grünen. Diese Sprachen sollten daher als reguläres Unterrichtsfach angeboten werden. Das Parlament hat vergangenen Mittwoch über den Antrag beraten und ihn zunächst an den zuständigen Kultusausschuss verwiesen.

Der Bildungssprecher der niedersächsischen Grünen-Fraktion, Heiner Scholig, erklärte zu der gemeinsamen Initiative mit der SPD; „Die Kinder, die mehrsprachig aufgewachsen sind, bringen ganz viel mit in die Schule, diese Ressource dürfen wir nicht brachliegen lassen.“ Um Abiturprüfungen auf Türkisch oder Farsi abnehmen zu können, benötige das Land auch Lehrkräfte mit solchen Sprachkenntnissen. „Eine Türkisch-Arbeitsgemeinschaft zum Reinschnuppern am Nachmittag reicht da nicht“, so Scholing. Bildungsangebote an Hochschulen müssten erweitert, ausländische Lehramtsausbildungen leichter anerkannt und bilinguale Kindergärten vermehrt gegründet werden.

Zustimmung erhielt der rot-grüne Vorstoß von dem schulpolitischen Sprecher der FDP, Björn Försterling: „Er geht in die richtige Richtung, wird sich aber so schnell nicht umsetzen lassen, allein schon weil die Lehrer dafür fehlen.“ Kritik kam hingegen von der Union. Die bisher in Niedersachsen getroffenen Maßnahmen reichten vollkommen aus, so der CDU-Abgeordnete Clemens Lammerskitten. Eine weitere besondere Förderung der Herkunftssprache sei nicht nötig. Die Union wolle keine Kitas, in denen „offiziell Arabisch gesprochen“ werde, erklärte der Unionspolitiker in der Landtagsdebatte.

Richtig begeistert von dem Antrag scheint auch Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) nicht zu sein. Zwar rang sie sich die Formulierung ab, dass der von SPD und Grünen beschriebene Weg „in die richtige Richtung“ gehe und man „sorgfältig prüfen“ werde, ob man das Fremdsprachenangebot in Niedersachsen erweitern könne. Allerdings stehe dabei nur „Türkisch ganz oben an“. Ob etwa Arabisch „als Sprache von vielen in den letzten Jahren zugewanderten Familien“ berücksichtigt werden könne, müsse man sich erst einmal überlegen.

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