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Keine Entwarnung von Asylkoordinator Dirk Diedrichs

Nach Schließung der Balkan-Route: Sachsen will zügiger abschieben

Samstag, 19 März 2016 12:09
Dienstflagge des Freistaats Sachsen Dienstflagge des Freistaats Sachsen

Dresden – Sachsen will die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber mit Nachdruck vorantreiben. Wie der Chef der Stabsstelle Asyl im Innenministerium, Dirk Diedrichs, am Freitag mitteilte, wurden im Januar und Februar dieses Jahres 569 rechtskräftig abgelehnte Asylbewerber aus dem Freistaat in ihre Heimatländer zurückgeschickt. Im März mussten 374 Betroffene den Rückflug antreten. Damit liegt die Zahl der Abschiebungen jedoch noch weit unter jener der ersten beiden Monate des vergangenen Jahres. Im Januar und Februar 2015 wurden insgesamt 1.725 abgelehnte Asylbewerber zurückgeschickt, 257 reisten zudem freiwillig aus.

Seit Schließung der sogenannten Balkan-Route kommen auch in Sachsen deutlich weniger Asylbewerber an. In dieser Woche waren es pro Tag zwischen zehn und 38. Im November letzten Jahres lag die tägliche Zahl an neuen Migranten noch bei 500. Insgesamt nahm Sachsen in diesem Jahr 5.278 Asylbewerber auf. Die Gesamtzahl hat sich binnen Jahresfrist jedoch mehr als verdoppelt. Ende Februar waren im Freistaat 43.515 Asylanten und Flüchtlinge untergebracht, vor einem Jahr waren es nur 18.074.

Eine Entwarnung kann allerdings noch nicht gegeben werden, denn die sprunghafte Zunahme von Registrierungen an der Grenze von Österreich zu Italien zeigt, dass die Migranten nach Schließung der mazedonischen Grenze Ausweichrouten suchen. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht“, musste daher auch Sachsens Asyl-Koordinator Diedrichs einräumen. In den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes ist momentan viel Platz: Von 18.339 Betten waren im März nur 3.494 belegt.

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