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Islamisten rekrutieren Anhänger unter Asylbewerbern

Muslimbrüder verstärken ihre Aktivitäten in Sachsen

Donnerstag, 09 Februar 2017 00:10

Dresden – Der sächsische Verfassungsschutz beobachtet mit Sorge die zunehmende Ausbreitung der Muslimbruderschaft im Freistaat. Über Organisationen wie die „Sächsische Begegnungsstätte“ (SBS) wende sich die islamistische Organisation an muslimische Migranten in Sachsen, um Strukturen aufzubauen und ihre Vorstellung eines politischen Islam zu verbreiten, erklärte der Präsident des sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz (LfV), Gordian Meyer-Plath.

Derzeit würden massiv Gebäude aufgekauft, um Moscheen oder Begegnungsstätten einzurichten. Geschehen sei dies unter anderem in Leipzig, Riesa, Meißen, Pirna sowie in Dresden, Bautzen und Görlitz. „Ziel der Muslimbrüder ist die Scharia in Deutschland“, so der sächsische VS-Chef. Zentrale Werte des Rechtsstaates wie Meinungs- und Religionsfreiheit oder Geschlechtergleichheit würden laut Meyer-Plath von den Muslimbrüdern abgelehnt.

Der Geschäftsführer der „Sächsischen Begegnungsstätte“, Saad Elgazar, weist Extremismusvorwürfe zurück, räumte aber ein, dass man derzeit nach passenden Gebetsräumen suche. Die „Sächsische Zeitung“ berichtete dazu: „Der SBS-Geschäftsführer hält ein Gemeindezentrum auch in Kleinstädten wie Meißen und Riesa für sinnvoll, weil gerade die extrem einkommensschwache Gruppe der Flüchtlinge nicht in Lage sei, am muslimischen Leben in Dresden teilzunehmen.“ Miet- und Nebenkosten würden durch Mitgliedsbeiträge und Spenden der Muslime vor Ort finanziert.

In einer Erklärung vom Montag stritt die Organisation islamistische Tendenzen ab: „Das SBS vertritt einen unpolitischen Islam. Das heißt, politisierte Inhalte aus den Herkunftsländern unserer Mitglieder bleiben außen vor.“ Die Predigten widmeten sich ausschließlich religiösen und moralisch-ethischen Inhalten. Die SBS und ihre Mitglieder würden sich zu demokratischen und rechtstaatlichen Prinzipien bekennen und sich gegenüber der Bundesrepublik Deutschland loyal verhalten.

Die sächsischen Schlapphüte bezweifeln das und sehen in dem SBS eine Tarnorganisation der 1928 in Ägypten gegründeten und dort inzwischen verbotenen Muslimbruderschaft, zu deren Ablegern auch die palästinensische Terrororganisation Hamas gehört. Die Muslimbrüder wollten „eine Scharia-Ordnung in Deutschland errichten“, was „insbesondere Konsequenzen für die Frage Religion, Religionswechsel, Rolle der Frau und Existenzrecht Israels“ habe, so Meyer-Plath. Der Geheimdienst habe die Aktivitäten der Muslimbrüder und des SBS im Visier.

Letzte Änderung am Donnerstag, 09 Februar 2017 00:13
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