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Kritik an unzureichender Abschiebepraxis

Mehr als eine halbe Million abgelehnte Asylbewerber in Deutschland

Freitag, 17 März 2017 01:21
Mehr als eine halbe Million abgelehnte Asylbewerber in Deutschland Quelle: HESSEN DEPESCHE

Berlin – Ende Dezember 2016 lebten nach Angaben des Bundesinnenministeriums 556.499 Ausländer in Deutschland, deren Asylanträge rechtskräftig abgelehnt wurden. Die allermeisten dieser abgelehnten Asylbewerber, nämlich 404.000, sind schon länger als sechs Jahre im Land. Bei den Herkunftsstaaten liegt die Türkei mit rund 75.000 nicht anerkannten Asylanten vor dem Kosovo mit 70.000 Personen, Serbien mit 50.000 Personen und Afghanistan mit 30.000 abgelehnten Asylbewerbern.

Neben umfangreichen Duldungsregelungen machen Kritiker auch eine zu wenig konsequente Abschiebepraxis für die hohe Zahl von abgelehnten Asylbewerbern in Deutschland verantwortlich. Von den über 500.000 betreffenden Personen haben ungefähr 45 Prozent eine befristete Aufenthaltserlaubnis, während ein weiteres Drittel über ein „dauerhaftes Aufenthaltsrecht“ verfügt, das erteilt wird, wenn die Abschiebung schon mehr als 18 Monate ausgesetzt ist.

Ein knappes Fünftel der abgelehnten Asylbewerber verfügen allerdings über keinerlei Aufenthaltsrecht in Deutschland, was bedeutet, dass sie ausreisepflichtig sind. Allerdings werden auch diese aufenthaltsberechtigt, sobald die genannte Frist von 18 Monaten verstrichen ist.

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Das Neueste von Michael Krug

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