Login

sachsen-depesche.de

Freigegeben in Politik

Neuer Abgeordneter unterzeichnete Aufruf gegen anti-israelische Veranstaltung

LINKE: René Jalaß rückt für Sebastian Scheel in den Landtag nach

Samstag, 25 Februar 2017 00:14
Der neue Landtagsabgeordnete René Jalaß (LINKE) Der neue Landtagsabgeordnete René Jalaß (LINKE) Quelle: Die Linke Sachsen

Dresden – Mit der Mandatsniederlegung des bisherigen Parlamentarischen Geschäftsführers der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, Sebastian Scheel, ist der Leipziger Sozialpädagoge René Jalaß (34) als Abgeordneter ins Parlament nachgerückt. Jalaß erklärte am Mittwoch gegenüber dem Landeswahlleiter schriftlich die Annahme des Mandats. Er wird in der nächsten Landtagssitzung am 15. März 2017 vereidigt. Zum Start seiner Arbeit als Landtagabgeordneter erklärte der Nachrücker lapidar: „Ich bin jetzt da. Da müsst ihr jetzt durch.“

Der bisherige LINKE-Abgeordnete Sebastian Scheel geht als Staatssekretär der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen nach Berlin. SACHSEN DEPESCHE berichtete: https://www.sachsen-depesche.de/politik/sebastian-scheel-linke-wird-staatssekretär-in-berlin.html. Sein Nachrücker im Landtag René Jalaß ist schon vom Typ her eine ganz andere Kategorie als Scheel, der wegen seiner Vorliebe für teure Autos, Anzüge und Designerbrillen auf den Fluren des Parlaments schon mal „Edel-„ oder „Nobelsozialist“ genannt wurde. Der neue LINKE-Abgeordnete ist tätowiert, trägt ein Nasenring-Piercing und sah einen politischen Schwerpunkt schon zu Zeiten bei der Linksjugend ['solid] Sachsen im Antifa-Aktivismus.

Auf der Internetseite der LINKE-Jugendorganisation stellte sich Jalaß einmal wie folgt vor: „Meine Schwerpunkte sehe ich im Bereich Jugend-, Drogen- und Sozialpolitik. Ich möchte mich für eine bessere Teilhabe junger Menschen an der demokratischen Willensbildung einsetzen, dafür, dass auch Kinder und Jugendliche ernst genommen werden. Des Weiteren für eine Überwindung des Hartz-IV Irrsinns und anderer sozialer Missstände, unter denen die Jungen gleich den ‚Alten‘ leiden und die sie erheblich einschränken und benachteiligen. Wichtig ist mir, mich für eine humanere, eine linke Drogenpolitik, die nicht die strafrechtliche Verfolgung, sondern Hilfestellung und Toleranz zur Grundlage hat, einzusetzen. Und natürlich für ein Sachsen ohne Nazis in den Parlamenten und anderswo. Good night, white pride!“

Landespolitisch ist Jalaß noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Er gehörte allerdings zu einer Reihe von LINKE-Politikern, die 2014 den Aufruf „Ihr sprecht nicht für uns!“ gegen die beiden „israelkritischen“ LINKE-Bundestagsabgeordneten Inge Höger und Annette Groth unterzeichnet haben, die eine Veranstaltung zum Nahost-Konflikt organisiert hatten, auf der die Journalisten Max Blumenthal und David Sheen auftraten, die zuvor die Politik Israels mit der NS-Diktatur und der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) verglichen hatten. Bekannt wurde die Veranstaltung vor allem dadurch, weil die beiden Journalisten, begleitet von rund einem Dutzend Sympathisanten, im Anschluss den damaligen Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi, in seinem Büro aufsuchten und ihn bedrängten.

Neben Jalaß unterzeichneten als sächsische Vertreter seinerzeit auch die heutigen LINKE-Landtagsabgeordneten Luise Neuhaus-Wartenberg, Juliane Nagel, Marco Böhme und Falk Neubert die Erklärung gegen ihre Genossinnen Höger und Groth, die schon öfter durch anti-israelische Aktionen aufgefallen sind.

Artikel bewerten
(3 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten