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Zusammenhang mit „Umvolkung“-Tweet liegt nahe

Leipzig: Erneuter Anschlag auf das Wahlkreisbüro der Bundestagsabgeordneten Bettina Kudla (CDU)

Mittwoch, 05 Oktober 2016 14:43
Eingeschlagene Fenster und beschmierte Fassade des Leipziger Büros von Bettina Kudla (CDU) Eingeschlagene Fenster und beschmierte Fassade des Leipziger Büros von Bettina Kudla (CDU) Quelle: Bettina Kudla, MdB (Facebook)

Leipzig – Auf das Leipziger Wahlkreisbüro der CDU-Bundestagsabgeordneten Bettina Kudla wurde erneut ein Anschlag verübt. Unbekannte Täter beschmierten in der Nacht von Montag auf Dienstag die Fassade mit einer teerähnlichen Flüssigkeit, warfen vier Fenster ein und verwüsteten das Büro. Bei dem Anschlag wurden auch vor dem Haus geparkte Fahrzeuge von Anwohnern beschädigt. Hinweise auf die Verursacher oder ihre Motive liegen nach Polizeiangaben noch nicht vor, ein linksextremer Hintergrund sowie ein Zusammenhang mit Kudlas per Twitter verbreiteter Warnung vor einer „Umvolkung“ Deutschlands liegt allerdings nahe.

Bereits Ende August wurde Kudlas Büro im Leipziger Stadtteil Gohlis Ziel eines Anschlags, bei dem beträchtlicher Sachschaden entstand. Auf der linksextremen Internetplattform „Indymedia“ wurde kurze Zeit später ein anonymes Bekennerschreiben veröffentlicht, das auch Bezug auf die kritische Haltung der CDU-Bundestagsabgeordneten zur Flüchtlingspolitik Angela Merkels nahm (SACHSEN DEPESCHE berichtete: http://www.sachsen-depesche.de/politik/bettina-kudla-cdu-wird-opfer-linker-gewalt-anschlag-auf-wahlkreisbüro.html).

Die Debatte um Kudlas „Umvolkung“-Tweet, den sie inzwischen gelöscht hat und damit einen drohenden Ausschluss aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion abwenden konnte, könnte die bislang noch nicht ermittelten Täter vom August oder Nachahmungstäter zu einem weiteren Anschlag animiert haben. Die CDU-Politikerin ist trotz scharfer innerparteilicher Kritik fest dazu entschlossen, zur Bundestagswahl 2017 wieder im Wahlkreis Leipzig I als Direktkandidatin anzutreten. Zwei Parteifreunde wollen ihr die Kandidatur streitig machen – mit nicht geringer Erfolgsaussicht, wie aus Unionskreisen zu hören ist. Die neuerliche Attacke auf Kudlas Büro könnte allerdings einen Solidarisierungseffekt an der Basis auslösen, den man nicht unterschätzen sollte.

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