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Aktion soll Vorurteile gegenüber Migranten abbauen

Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) will mit Bierdeckeln Lufthoheit über Stammtischen erringen

Sonntag, 17 Juli 2016 00:16
Bildschirmfoto 13.08.2015 der Webseite von Petra Köpping (SPD) Bildschirmfoto 13.08.2015 der Webseite von Petra Köpping (SPD) Quelle: http://www.petra-koepping.de/

Dresden – Vor kurzem trafen sich im „Elbegarten“ in Dresden-Loschwitz noch regelmäßig Fußballfans, um die Spiele der deutschen Nationalmannschaft bei der EM zu verfolgen, nun stellte Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) in dem beliebten Ausflugslokal am Elbufer eine neue Kampagne vor, mit der die Landesregierung Vorurteile gegenüber Migranten abbauen will.

Um die Lufthoheit über den Stammtischen zu erringen, hat Köpping 120.000 Bierdeckel mit insgesamt sechs Motiven herstellen lassen, auf denen Behauptungen wie „Flüchtlinge kriegen mehr im Monat als einer mit Hartz IV“, „Flüchtlinge kosten uns doch nur Geld“, „Deutschland nimmt doch die ganze Welt auf“ oder „Flüchtlinge nehmen den Deutschen die Arbeitsplätze weg“ aus Sicht der Staatsregierung widerlegt werden sollen. „Mit der Bierdeckel-Aktion geben wir Denkanstöße. Ich freue mich, dass uns dabei so viele gesellschaftliche Partner unterstützen“, so die SPD-Politikerin bei der Vorstellung im „Elbegarten“.

Bei den genannten Partnern handelt es sich unter anderem um die Vereine „Arbeit und Leben“ und „Atticus“, die DGB-Jugend und die Arbeitsgemeinschaft Asyl an der TU Dresden und die DGB Jugend. Die Verteilung der Untersetzer soll über den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) und andere Gastronomieverbände organisiert werden. Einspieler im Fahrgastfernsehen der DVAG-Straßenbahnen flankieren die Kampagne, die mit rund 13.000 Euro zu Buche schlägt.

Erklärtes Ziel der Bierdeckel-Aktion ist es, mehr Sachlichkeit in die Flüchtlings- und Asyldebatte zu bringen. „Ich wünsche mir, dass wir miteinander im Gespräch bleiben und so den Zusammenhalt in der Gesellschaft wieder stärken“, erklärte Köpping, die offenbar in Sachsens Kneipen und Biergärten Ressentiments gegen Migranten am deutlichsten ausgeprägt sieht. Wie sinnvoll es ist, mit Argumenten im Bierdeckelformat gegen teilweise berechtigte Sorgen von Bürgern vorzugehen, sei dahingestellt. Zu einer wirklichen Versachlichung der Debatte dürfte die allzu einseitige und plakative Aktion kaum beitragen.

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