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Sachsens Liberale befürchten „Abitur light“

Holger Zastrow (FDP): „SPD führt CDU mit Bildungsempfehlung für Gymnasien erneut vor“

Mittwoch, 21 Dezember 2016 19:41
Holger Zastrow, FDP Sachsen Holger Zastrow, FDP Sachsen Quelle: www.fdp-sachsen.de

Dresden – Der sächsische FDP-Landesvorsitzende Holger Zastrow hat den Vorschlag von CDU und SPD zur Neuregelung der Bildungsempfehlung für Grundschüler zum Übergang auf weiterführende Schulen anlässlich einer Anhörung im Sächsischen Landtag scharf kritisiert. Die CDU lasse sich von der SPD „vorführen“, so Zastrow, der durch die letztliche Entscheidung nach dem Elternwillen die bewährten Leistungskriterien ausgehebelt sieht.

Zastrow dazu: „Das Beratungsgespräch und der Leistungstest ohne echte Bewertung sind letztlich nur Augenwischerei. Bei der Frage eines möglichen Übergangs auf das Gymnasium oder die Oberschule gilt es zu entscheiden, ob die objektive und leistungsbezogene Befähigung des Kindes oder der Ehrgeiz mancher Eltern entscheiden soll.“ 

Sachsen sei bislang gut damit gefahren, „objektive Leistungskriterien“ in den Vordergrund zu stellen. Bereits deren „Aufweichung“ durch die CDU/SPD-Koalition 2005 habe zu einer Schwächung von Oberschulen und Gymnasien geführt. „Auch für die schulische Laufbahn eines Kindes ist das Gymnasium nur dann die optimale Wahl, wenn die entsprechende Befähigung auch vorliegt. Das sächsische Abitur genießt mit seinen hohen Standards bundesweit einen hervorragenden Ruf. Ein ‚Abitur light‘ darf es in Sachsen nicht geben“, so der sächsische FDP-Chef. 

Es sei zudem bedauerlich, dass CDU und SPD die bisher obligatorische Bildungsempfehlung in der 6. Klasse abschaffen wollen. „Damit wird der Druck auf eine frühe Entscheidung für oder gegen das Gymnasium wieder deutlich zunehmen. Das verringert klar die Durchlässigkeit des sächsischen Schulsystems – und insbesondere die Chance auf einen Schulwechsel für ‚Spätstarter‘, erklärte Zastrow. 

Bisher erhalten Grundschüler in Sachsen eine leistungsbezogene Bildungsempfehlung für den Übergang auf weiterführende Schulen. Für den Übergang auf das Gymnasium ist ein Notendurchschnitt von mindestens 2,0 in Deutsch, Mathematik und Sachunterricht erforderlich. Die Bildungsempfehlung wird in Klassenstufe 4 und Klassenstufe 6 erteilt. Durch eine Entscheidung des Dresdner Verwaltungsgerichts ist eine gesetzliche Neuregelung erforderlich. Geklagt hatten Eltern, die ihr Kind trotz nicht dazu ausreichender Bildungsempfehlung aufs Gymnasium schicken wollten.

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