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Ärger über Öko-Einspruch am Zwenkauer See

Holger Zastrow (FDP): „Attraktivität der Tourismusregion und wirtschaftlichen Potenziale gefährdet“

Freitag, 19 Juni 2015 22:05
Holger Zastrow, FDP Sachsen Holger Zastrow, FDP Sachsen Quelle: www.fdp-sachsen.de

Dresden – Fünf Wochen nach Eröffnung des Zwenkauer Sees nahe Leipzig wurde den Wassersportlern der Betrieb von Motor- und Elektrobooten untersagt. Grund sind ökologische Bedenken. „Die Genehmigung könnte gegen zahlreiche Naturschutzgesetze verstoßen. Deshalb haben wir Widerspruch eingelegt“, erklärte dazu der Leipziger Umweltschutzverein „Ökolöwe“. Solange der Landkreis den Fall prüft, dürfen die Boote nicht losfahren.

Für Andreas Schmidt, Geschäftsführer der Sächsischen Seebad Zwenkau GmbH (SSZ), ein Unding: „Der Landkreis hat doch bereits umfangreich die Belange des Naturschutzes geprüft und deshalb die Anzahl der Boote limitiert.“ Die Nachteile, die durch den Einspruch der Umweltschützer entstehen, seien enorm. „Das ist ein Imageschaden für die ganze touristische Entwicklung des Neuseenlandes“, so Schmidt.

Nicht nur am Zwenkauer See, sondern auch am Berzdorfer See, am Geierswalder See oder am Bärwalder See – überall werden Wassersportlern neuerdings Steine in den Weg gelegt. Erst investierte man hunderte Millionen Euro in die Sanierung und die touristische Erschließung der Bergbaunachfolgelandschaften in der Lausitz und im Leipziger Neuseenland, nun soll die Nutzung der Gewässer durch bürokratische Hürden oder Umweltschutzauflagen erheblich eingeschränkt werden.

Für FDP-Landeschef Holger Zastrow ein unhaltbarer Zustand. „Es ist doch klar, dass sogenannte Umweltaktivisten alles, was nach Spiel, Spaß und Freude aussieht, bekämpfen. Deswegen frage ich mich, wieso mögliche Kritikpunkte nicht im Vorfeld vom Landkreis und den zuständigen Behörden geprüft und ausgeräumt worden sind. Es ist nicht sehr ehrenvoll, in Wahlkampfzeiten mit mächtigem Tamtam Bänder durchzuschneiden, großzügige Mastergenehmigungen für den Wassersport auszureichen und Radwege einzuweihen“, so der Vorsitzende der sächsischen Liberalen.

Zastrow fordert daher einen runden Tisch, an dem die betroffenen Landeskreise, die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), Gemeinden, Wassersportler und die Tourismusanbieter „gemeinsam nach einer Übergangslösung bis zur Klärung aller Fragen suchen“. Wer weitere Anbieter und Investoren anlocken wolle, müsse auch verlässliche Rahmenbedingungen bieten. „Die Einschränkung der Seenutzung vermindert nicht nur die Attraktivität der Tourismusregion, sie blockiert auch die Nutzung der vorhandenen wirtschaftlichen Potenziale. Dass der ‚Ökolöwe‘ am Zwenkauer See naturschutzrechtliche Bedenken hat, wundert zudem sehr. Mit enormen Mitteln hat man in den vergangenen Jahren eine geschundene Bergbauregion der Bevölkerung zurückgegeben. Eine großartige Landschaft ist im Entstehen und es ist gut zu sehen, wie das Neuseenland von den Menschen und der Natur angenommen wird“, so Zastrow weiter. Darüber müssten sich die Umweltverbände eigentlich freuen.

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