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Ein Gastbeitrag zur Axt-Attacke in Düsseldorf

Hoffentlich ein Deutscher!

Sonntag, 12 März 2017 15:29
Franziska Schreiber, stv. Landesvorsitzende der JA Sachsen Franziska Schreiber, stv. Landesvorsitzende der JA Sachsen Quelle: JA Sachsen (Facebook)

Leipzig/Düsseldorf – Am Donnerstagabend hat ein Mann mit einer Axt in einer S-Bahn mehrere Menschen verletzt. Er wurde gefasst. Und halb Deutschland betet, dass er ein Deutscher ist...

Seit mittlerweile zwei Jahren ist die deutsche Bevölkerung gespalten. Die eine Hälfte war für die Aufnahme der Flüchtlinge – die andere war dagegen. Die Pro-Seite, das war der hilfsbereite, zupackende Teil der Zivilgesellschaft. Das war die Stütze, die das Unmögliche möglich machte, ohne sich um kleinliche Bedenken wie Sicherheit, Finanzierbarkeit oder Ressourcenknappheit zu scheren. Wer diese lächerlichen Nebensächlichkeiten auch nur erwähnte, der war ein Ewiggestriger, der hatte die Aufbruchsstimmung verschlafen, der spielte mit seinen Argumenten Rechtsextremisten in die Hände und sollte am besten „nach drüben“ gehen und mit Pegida demonstrieren! So einfach war das damals. Völlig bedenkenlos hat man die eigenen Mitbürger verspottet, weil sie der schönen Idee im Weg standen.

Zwischenzeitlich ist auch den ganz Optimistischen klar geworden, dass es so einfach eben nicht ist. Weder sind in nennenswerter Zahl Fachkräfte ins Land gekommen, noch handelte es sich mehrheitlich um wirklich Schutzbedürftige. Und selbst bei denen endete die Flucht nicht aus Sicherheitsgründen ausgerechnet in Deutschland, sondern aus ökonomischen Gründen. Nicht eben wenige der sogenannten Flüchtlinge sind in Wahrheit organisierte Kriminelle. Im Strom der Asylsuchenden sind auch Terroristen gekommen. All das wissen mittlerweile auch die Befürworter der Flüchtlingsaufnahme.

Und sie haben Angst. Angst davor, dass die Anderen vielleicht die ganze Zeit Recht gehabt haben. Dass in Wahrheit sie diejenigen sind, die sich zum Gespött gemacht haben. Angst davor, dass ihre Hoffnung, Deutschland werde durch die Einreise von über einer Million kulturfremder Menschen zu einem schöneren Ort werden, als genau die kitschige, gefühlsduselige Tagträumerei entlarvt wird, die sie in Wirklichkeit ist. Aber noch ist es nicht so weit. Noch sind sie nicht diejenigen, die öffentlich ausgelacht werden. Noch sind sie, den Mainstream-Medien sei Dank, in der Überzahl.

Damit das so bleibt, müssen sich die Islamisten aber verdammt nochmal auch zusammenreißen! Den Kriminalitätszuwachs kann man wegerklären, steuerliche Mehrbelastung schon irgendwie verkaufen, aber so ein Terroranschlag – das ist eine ganz andere Hausnummer! Da schauen alle hin, da wollen es alle ganz genau wissen. Und jedes Mal ist es am Ende ein verdammter Asylbewerber! Kann es denn nicht einmal, nur ein einziges Mal, ein Deutscher sein? Damit man mal was hat, was man den dummen Wutbürgern in ihre hasserfüllten Visagen stopfen kann! Ist das vielleicht zu viel verlangt?

Jetzt sitzen sie vor ihren Rechnern, wie jedes Mal, wenn in den letzten zwei Jahren Unschuldige in der Öffentlichkeit durch einen Akt der Gewalt verletzt oder getötet wurden und suchen nach dem entscheidenden Hinweis. Nach dem Hoffnungsschimmer, dass diesmal alles anders ist. Und die Gegenseite? Die sitzt vorm Rechner und sucht nach Hinweisen darauf, dass es ein islamistischer Terroranschlag war. Weil Rechthaben einfach schöner ist, als belächelt zu werden.

Wird das jetzt immer so sein? Wird das in Zukunft unsere Art sein, mit solchen Attacken umzugehen? Oder werden sie für uns irgendwann einmal mehr sein, als eine Argumentationshilfe im Kampf um die moralische Deutungshoheit? Wie viele Opfer müsste eine Tat haben und wie müsste sie begangen werden, damit beide Seiten vor Entsetzen vergessen zu überprüfen, ob sie Recht gehabt haben? Das sind die Fragen, die ich mir nach solchen Ereignissen oft stelle. Während ich nebenbei versuche herauszufinden, ob es denn nun ein Deutscher war…


 

Franziska Schreiber (26) ist stellvertretende Landesvorsitzende der „Jungen Alternativen“ (JA) in Sachsen. Sie stammt aus Dresden und studiert derzeit Rechtswissenschaften in Leipzig. Die SACHSEN DEPESCHE weist darauf hin, dass sich die Redaktion die Ansichten der Autoren von Gastbeiträgen nicht zu eigen macht.

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