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Die Pläne des US-Großinvestors

George Soros will 500 Millionen Dollar in Flüchtlinge investieren

Mittwoch, 28 September 2016 14:24
George Soros George Soros Quelle: George Soros

New York – Der US-Hedgefondsmanager George Soros hat angekündigt, 500 Millionen Dollar aus dem Vermögen seiner Stiftungen für die Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten für Migranten in Europa bereitzustellen. „Ich will in Starthilfe, etablierte Unternehmen, soziale Initiativen und Firmen, die von Migranten und Flüchtlingen selbst gegründet wurden, investieren“, sagte Soros dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“.

Hauptanliegen sei, „Flüchtlingen, die in Europa ankommen, zu helfen“, er wolle aber auch nach Investitionsmöglichkeiten suchen, „die Migranten auf der ganzen Welt zugutekommen“. Mögliche Gewinne aus den Migranten-Investments sollen laut Soros in seine Open Society Foundations zurückfließen. 

Der milliardenschwere US-Investor ist der Ansicht, dass Europa auf absehbare Zeit jährlich eine Million Migranten aufzunehmen hat. Vor genau einem Jahr veröffentlichte er ein Memorandum mit dem Titel „Rebuilding the Asylum System“ („Das Asyl-System wiederaufbauen“), in dem er von der EU einen „umfassenden Plan“ forderte, der „eine effektive Methode zur Handhabung des Asylzustroms“ beinhalten müsse, „damit dieser auf sichere, geordnete Weise“ und „in einer Geschwindigkeit, die Europas Aufnahmefähigkeit entspricht“, stattfinden könne. 

Soros war so freundlich, einen solchen „umfassenden Plan“ mit insgesamt sechs Punkten gleich mitzuliefern. Als erstes fordert er, für die jährlich eine Million Migranten Finanzmittel zur Verfügung zu stellen: „Die EU muss 15.000 Euro pro Asylsuchendem in jedem der beiden ersten Jahre bereitstellen, um die Kosten für Unterbringung, Gesundheit und Schule abzudecken und um die Aufnahme von Flüchtlingen für die Mitgliedstaaten attraktiver zu gestalten.“  

Wie die Europäische Union die nach seiner Rechnung 15 Milliarden Euro pro Jahr an Flüchtlingshilfen finanzieren soll, verrät Soros auch: „Diese Mittel können durch die Ausgabe langfristiger Anleihen aufgebracht werden, die sich den größtenteils ungenutzten AAA-Kreditstatus der EU zunutze machen.“ Nach seiner Ansicht hätte dies „den zusätzlichen Vorteil eines moralisch gerechtfertigten Haushaltsstimulus für die europäische Wirtschaft“. Er betont dabei: „Ebenso wichtig ist es, die Vorlieben sowohl der Staaten als auch der Asylbewerber zu berücksichtigen, und dabei so wenig Zwang wie möglich auszuüben. Die Flüchtlinge dort anzusiedeln, wo sie sein möchten und wo sie erwünscht sind, ist ein sine qua non für den Erfolg.“ 

Punkt zwei seines Plans sieht vor, dass sich „die EU an die Spitze der weltweiten Bemühungen stellen“ soll, „Jordanien, dem Libanon und der Türkei genügend Mittel zur Unterstützung der vier Millionen Flüchtlinge zukommen zu lassen, die momentan in diesen Ländern leben“. Und weiter: „Zusätzlich sollte die EU in der Region und auch in Tunesien und Marokko zur Schaffung wirtschaftlicher Sonderzonen beitragen, um Investitionen anzuziehen und sowohl für die Lokalbevölkerung als auch für die Flüchtlinge Arbeitsplätze zu schaffen.“ Hierfür seien von der EU „mindestens acht bis zehn Milliarden Euro“ bereitzustellen, „der Rest sollte von den Vereinigten Staaten und dem Rest der Welt aufgebracht werden“. Finanziert werden soll auch das durch Schulden. „Auch diese Summe könnte durch die Art langfristiger Anleihen finanziert werden, deren Erlöse bereits den Asylbewerbern in Europa zugutekommen“, so Soros. 

Neben einer gemeinsamen Asyl-Bürokratie (Punkt drei) sieht der Soros-Plan als Punkt vier sichere Reiserouten für die Migranten vor, „darunter zunächst der Weg von Griechenland und Italien in ihre Zielländer“, im Klartext also hauptsächlich nach Deutschland. Weiter schreibt der Multimilliardär: „Der nächste logische Schritt wäre dann, sichere Verbindungsrouten zu den Frontregionen zu schaffen und damit die Anzahl der Migranten zu verringern, die die gefährliche Überquerung des Mittelmeers auf sich nehmen.“ Fünfter Teil des Plans soll schließlich die Entwicklung globaler Standards für den Umgang mit Flüchtlingen sein, Punkt sechs die Einbindung von NGOs, kirchlichen Gruppen und Unternehmen als „Sponsoren“ des „wiedererrichteten Asyl-Systems“. 

Mit seiner Ankündigung, eine halbe Milliarde Dollar in Migranten zu investieren, will Soros nun offenbar mit gutem Beispiel vorangehen. Bei Umsetzung seines Plans kämen auf die EU über die Jahre allerdings weitaus größere Kosten zu. Anders als bei dem Flüchtlingsinvestment des Hedgefondsmanagers sind außerdem keine Rückflüsse in Form von Gewinnen zu erwarten, sondern vielmehr eine weitere Verschuldung im Euro-Raum durch die angedachte Anleihenschwemme. Die Rechnung des US-Großinvestors geht vorne und hinten nicht auf.

Letzte Änderung am Mittwoch, 28 September 2016 14:33
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