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Gastbeitrag

Gedanken zum Rücktritt von UKIP-Chef Nigel Farage

Dienstag, 05 Juli 2016 18:38
Martin E. Renner (AfD), Nigel Farage (UKIP) und ein Sarg mit Euro-Zeichen in Brüssel. Martin E. Renner (AfD), Nigel Farage (UKIP) und ein Sarg mit Euro-Zeichen in Brüssel. Quelle: Martin E. Renner

Dresden – Die gesamte deutsche Erziehungspresse schäumt und verdreht schlichtweg die Fakten: Nigel Farage ist schon einmal vom Parteiamt zurückgetreten, letztes Jahr, nachdem die großen Erfolge der UKIP – dem Mehrheitssystem des britischen Wahlrechts gedankt – nicht zu einer nennenswerten parlamentarischen Präsenz geführt haben.

Sein Pflichtbewusstsein hat ihn dann aber doch bewogen, weiterzumachen, um das Referendum zum Brexit erfolgreich mitzugestalten. Nun hat er diesen epochalen – ja, epochalen – Referendumssieg errungen, die direkte Demokratie als einzig legitimer und souveräner Letztentscheider über die politischen Manöver der europäischen „Politeliten“ zu einem fulminanten Erfolg geführt.

Eine weitere Funktion hat Nigel Farage in der britischen Politik zurzeit nicht – und deshalb ist sein Rücktritt vom Parteiamt logisch, nachvollziehbar und aller Ehren wert. Das ist seine eigene Entscheidung, die viel über sein Format und seine Vertrauenswürdigkeit als Mensch und als Politiker aussagt. Es sei hier auch an Lucius Quinctius Cincinnatus erinnert, der in der Geschichte als Musterbeispiel für Bürgertugend gilt.

Wie wäre es, wenn die Mainstreampresse einmal wirklich interessante, brisante und unsere Nation „bewegende“ Themen ähnlich vehement thematisieren würde, wie die eigentlich wenig „aufregende“ Demission des Nigel Farage?

Als Themen böten sich an: Wie steht es um unsere Goldreserven, die wir seit Jahrzehnten „aus Sicherheitsgründen“ an fremden Orten lagern? Wieso sollen wir hier in Deutschland einen derart hohen Zustrom an Hereinkommenden mit einer gänzlich anderen Herkunftskultur – nur lächerlich dürftig als Asylsuchende camoufliert – in unser bald kollabierendes Sozialsystem akzeptieren? Wie stehen wir zur importierten Terrorismusgefahr? Wieso sollen wir werteschaffenden Bürger es hinnehmen, dass die Altersrücklagen unserer Bürger – nach einem langen und beschwerlichen Arbeitsleben – durch das missglückte Währungsexperiment „Euro“ systematisch entwertet und letztlich geraubt, und im Endeffekt ganze Lebensplanungen von vielen Bürger zerstört werden?

Nein, derartige Themen werden nur ganz sporadisch und nur wenig systematisch journalistisch bearbeitet. In Sachen Demokratie sollten die Erziehungsmedien auf die Schweizer und Briten als Vorbilder hinweisen und nicht, die sich dort für die „res publica“ einsetzenden Politiker verunglimpfen. Als Ersatz für eine solche – wünschenswerte – Publizistik bekommen wir dann halt die lauwarme Erlaubnis, uns als kommender Europameister im Fußball fühlen zu dürfen.

Zur Person: Unser Gastautor Martin E. Renner, Jahrgang 1954, ist Diplom-Betriebswirt und war Marketingdirektor in einem international tätigen Pharmazie- und Kosmetikunternehmen. Seit über zwei Jahrzehnten ist er geschäftsführender Gesellschafter einer Unternehmens- und Kommunikationsberatung für die pharmazeutische und kosmetische Industrie. Gemeinsam mit Marcus Pretzell ist Martin E. Renner Sprecher (Landesvorsitzender) der Alternative für Deutschland (AfD) in Nordrhein-Westfalen.

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