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Parteitag in Weinböhla wählte die Listenplätze 1 bis 8

Frauke Petry als Spitzenkandidatin der AfD Sachsen zur Bundestagswahl bestätigt

Donnerstag, 30 März 2017 00:01
Frauke Petry, AfD Frauke Petry, AfD Quelle: AfD Dresden

Weinböhla – Die sächsische AfD hat am vergangenen Sonntag auf einem Parteitag in Weinböhla die ersten acht Plätze ihrer Landesliste zur Bundestagswahl gewählt bzw. neu gewählt. Als Spitzenkandidatin wird – wie gehabt – die Partei- und Landtagsfraktionschefin Frauke Petry die AfD in den Bundestagswahlkampf führen. Knapp 72 Prozent der rund 300 Delegierten stimmten zum zweiten Mal für die 41-jährige Landtagsabgeordnete und promovierte Chemikerin.

Gleich zwei Gegenkandidaten – der Leipziger Roland Ulbrich und Norbert Mayer aus Freital, die beide dem sogenannten Höcke-Flügel zugerechnet werden – versuchten, Petry den Spitzenplatz streitig zu machen. Sie warfen der Parteichefin vor, mit ihrer Haltung zum Thüringer AfD-Chef Björn Höcke, gegen den vom Bundesvorstand ein Parteiausschlussverfahren initiiert wurde, die Partei zu spalten. Damit konnten sie die Mehrheit der Delegierten nicht auf ihre Seite ziehen, wenngleich mancher Petry mit geballter Faust in der Tasche die Stimme gegeben haben dürfte. Auch bei Teilen des eigenen Landesverbandes gilt die AfD-Bundessprecherin inzwischen als umstritten.

Eigentlich hatte die AfD Sachsen die ersten fünf Plätze ihrer Landesliste schon Ende Januar auf einem Parteitag in Klipphausen gewählt. Landeschefin Petry brachte zu Beginn der Versammlung in Weinböhla jedoch den Antrag ein, auch über die bereits gewählten Plätze erneut abstimmen zu lassen, um alle juristischen Zweifel auszuräumen. Diesem Antrag folgte die Mehrheit der Delegierten.

Gleich hinter Petry auf Platz zwei folgt mit dem Dresdner Richter Jens Maier ein bekannter Vertreter des Höcke-Flügels und parteiinterner Petry-Gegner. Diesem hatte eine deutliche Mehrheit der Delegierten zuvor den Rücken gestärkt, indem ein Antrag angenommen wurde, mit dem der Landesvorstand aufgefordert wird, einen Beschluss für ein Parteiausschlussverfahren gegen Maier zurückzunehmen. Der Jurist hatte im Januar auf derselben Veranstaltung gesprochen, bei der Höcke seine berüchtigte „Dresdner Rede“ gehalten hat. Frauke Petry verteidigte den Beschluss gegen Kritik. Es müsse geprüft werden, ob Maiers Äußerungen der Partei geschadet hätten. „Ansonsten gilt unser Schweigen als Zustimmung für alles, was in der AfD gesagt wird“, so die Bundes- und Landeschefin. Maier beklagte sich indes darüber, dass er über die Vorwürfe nicht informiert worden sei. „Mir sind die Gründe völlig unbekannt“, so der Richter am Dresdner Landgericht.

Die weiteren Plätze auf der Landesliste belegen Siegbert Droese (Leipzig), Detlef Spangenberg (Nordsachsen), Timo Chrupalla (Görlitz), Prof. Dr. Heiko Hessenkemper (Mittelsachsen), Ulrich Oehme (Erzgebirgskreis) und Karsten Hilse (Bautzen). Die Plätze 9 bis 20 sollen am kommenden Wochenende auf der Fortsetzung des Parteitags in Weinböhla gewählt werden.

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