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Wunschkandidat von Landeschef Holger Zastrow setzt sich durch

FDP Sachsen wählt Torsten Herbst zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl

Dienstag, 07 März 2017 22:10
FDP Sachsen wählt Torsten Herbst zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl Quelle: FDP Sachse

Mittweida – Die sächsische FDP schickt ihren Generalsekretär Torsten Herbst als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl ins Rennen. Herbst konnte sich am vergangenen Sonnabend auf einem Landesparteitag der Liberalen in Mittweida bei der Wahl zum Listenplatz eins im ersten Wahlgang gegen seine Kontrahenten Prof. Dr. Thoralf Gebel und Robert Malorny aus Dresden durchsetzen. Für den Wunschkandidaten von FDP-Landeschef Holger Zastrow, der vor dem Parteitag seinen Verzicht auf eine eigene Kandidatur erklärt hatte, stimmten 125 der 249 Delegierten.

Auf Listenplatz zwei wurde der Rechtsanwalt und ehemalige sächsische Justizminister Dr. Jürgen Martens aus Meerane gewählt. Auf Platz drei folgt Frank Müller-Rosentritt aus Chemnitz, Platz vier konnte sich der Landesvorsitzende der Jungliberalen Aktion (JuliA), Philipp Hartewig, überraschend sichern. Er setzte sich in einer Kampfkandidatur gleich im ersten Wahlgang gegen Lothar Brandau aus dem Kreisverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge durch. Für den 22-jährigen Jurastudenten aus Leipzig stimmten 75 Prozent der Delegierten.

Zastrow hatte Herbst gegen den erklärten Willen der großen Kreisverbände aus Leipzig und Dresden vorgeschlagen. Die fünf Kreisverbandsvorsitzenden Nico Tippelt (Zwickau), Stefan Schieritz (Nordsachsen), Mike Hauschild (Bautzen), Norbert Bläsner (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) und Heiko Schmuck (Erzgebirgskreis) stärkten dem FDP-Landeschef daraufhin den Rücken und sprachen sich in einer gemeinsamen Erklärung für Torsten Herbst aus.

Viele Liberale im Land hatten befürchtet, dass es auf dem Parteitag in Mittweida zum offenen Eklat kommt. Dies blieb zwar aus, Zastrow gilt allerdings schon jetzt als politisch massiv beschädigt. Zu Beginn des Landesparteitags schwor er die Basis auf den Wahlkampf ein. „Es ist allerhöchste Zeit, dass die Lücke, die die FDP nach der Bundestagswahl 2013 gelassen hat, wieder geschlossen wird“, so der Landesvorsitzende der Liberalen. Es sei wichtig, dass die Freidemokraten in einer „außerordentlich aufgeregten Zeit“ als Stimme des Ausgleichs und der politischen Vernunft in den Bundestag zurückkehren. Ob sich Landeschef Zastrow beim nächsten Landesparteitag der FDP einer Wiederwahl stellen wird, gilt als ungewiss.

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