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Landeschef Holger Zastrow verzichtet auf ersten Listenplatz

FDP-Kreisvorsitzende wollen Torsten Herbst als Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl

Freitag, 03 März 2017 03:07
Torsten Herbst, Generalsekretär der FDP Sachsen Torsten Herbst, Generalsekretär der FDP Sachsen Quelle: Torsten Herbst (Facebook)

Annaberg-Buchholz – In einer gemeinsamen Erklärung haben die FDP-Kreisvorsitzenden Nico Tippelt (Zwickau), Stefan Schieritz (Nordsachsen), Mike Hauschild (Bautzen), Norbert Bläsner (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) und Heiko Schmuck (Erzgebirgskreis) dem Landeschef der Liberalen, Holger Zastrow, den Rücken gestärkt und seine Entscheidung, FDP-Generalsekretär Torsten Herbst als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl zu nominieren, unterstützt.

In der Erklärung heißt es: „Mit Torsten Herbst würden wir einen starken, profilierten und erfahrenen Kandidaten für die sächsischen Freien Demokraten ins Rennen schicken. Wir sind der Auffassung, dass der sächsische Landesverband mit politischem Gewicht in Berlin vertreten sein muss. Torsten Herbst hat bewiesen, dass er nicht nur mit Leidenschaft und hohem persönlichen Einsatz ehrenamtlich im Landesverband arbeitet, sondern auch für klare politische Vorstellungen steht.“

Aus Sicht der fünf FDP-Kreisvorsitzenden müsse das Spitzenteam der Landesliste „mit aller Kraft für die Stärkung und weitere Erneuerung“ der sächsischen Liberalen arbeiten und zugleich für „Ehrlichkeit, Fairness und Integrität im Umgang miteinander“ stehen – ein klarer Seitenhieb gegen FDP-Leute wie den Leipziger Kreischef Marcus Viefeld, der schon seit längerer Zeit am Stuhl von Zastrow sägt.

Weiter heißt es in dem Papier von Tippelt, Schieritz, Hauschildt, Bläsner und Schmuck, die allesamt dem liberal-konservativen Parteiflügel zugerechnet werden: „Eine starke FDP-Fraktion wird im nächsten Deutschen Bundestag gebraucht, um der übergroßen Koalition der Staatsgläubigkeit eine liberale Kraft gegenüberzustellen – für mehr gesellschaftliche Freiheit, markwirtschaftliche Überzeugungen und echten Fortschrittsgeist.“

Die FDP Sachsen trifft sich am kommenden Sonnabend ab 10 Uhr zu einem Parteitag in der Sporthalle „Am Schwanenteich“ in Mittweida, um ihre Landesliste zur Bundestagswahl zu wählen. Ursprünglich wollte sich Landeschef Holger Zastrow auf Listenplatz 1 wählen lassen. Der 48-jährige Unternehmer aus Dresden musste im November 2016 jedoch eine herbe Niederlage einstecken, als sein eigener Kreisverband ihn nicht als Direktkandidaten nominierte: Zastrow unterlag knapp gegen den 34-jährigen Lego-Händler Christoph Blödner. Als die Wahl Wochen später wegen eines Formfehlers wiederholt werden musste, verzichtete der FDP-Landeschef auf eine erneute Kandidatur.

Neben Torsten Herbst, der nicht nur als enger politischer Vertrauter Zastrows gilt, sondern auch in dessen Werbeagentur arbeitet, wollen unter anderem der Dresdner Werksleiter Robert Malorny und der Leipziger Webentwickler Marcus Viefeld einen sicheren Listenplatz ergattern. Die ersten acht Plätze der Liste werden einzeln gewählt. Insgesamt werden rund 250 Delegierte zu dem Landesparteitag in Mittweida.

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