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BKA vermutet keinen kriminellen Hintergrund

Fast 9.000 unbegleitete minderjährige Migranten gelten in Deutschland als vermisst

Montag, 29 August 2016 21:28
Logo des deutschen Bundeskriminalamtes (BKA) Logo des deutschen Bundeskriminalamtes (BKA) Quelle: de.wikipedia.org | R-41 | CC BY-SA 3.0

Wiesbaden – Nach einem Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf Informationen des Bundeskriminalamts (BKA) sind derzeit 8.991 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland als vermisst gemeldet. Das sind gut doppelt so viele wie noch zu Jahresbeginn, als 4.749 minderjährige Migranten vom Radar der Behörden verschwunden waren.

Laut BKA handelt es sich beim Großteil der Vermissten um Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren, es gebe aber auch 867 Kinder unter 13 Jahren, die verschwunden seien. „Konkrete Erkenntnisse, dass ein Teil der zu Jahresbeginn vermissten minderjährigen Flüchtlinge Kriminellen in die Hände gefallen sein könnten, liegen im Bundeskriminalamt nicht vor“, so eine BKA-Sprecherin. „Vielfach entfernen sich die Kinder nicht planlos, sondern wollen ihre Eltern, Verwandten oder Bekannten in anderen deutschen Städten oder gar im europäischen Ausland aufsuchen.“

Die Statistik verzerre dabei die Zahlen nach oben. Wenn Kinder bei der Familie ankämen, erhielten die deutschen Behörden oft keine Rückmeldung, so dass die Namen der Vermissten in der Fahndungsdatenbank blieben. Häufig gebe es auch Mehrfachregistrierungen, wenn Jugendliche sich an einem anderen Ort wieder melden, weil sie keinen Pass mehr haben und ihre Personalien nicht feststehen oder weil der Name unterschiedlich geschrieben wird, so das BKA.

Wie aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervorgeht, kommen die meisten vermissten unbegleiteten minderjährigen Migranten aus Afghanistan, Syrien, Somalia, Eritrea, Marokko und Algerien.

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