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Wurde der Account des sächsischen Politikers gehackt?

Ex-Ausländerbeauftragter Martin Gillo (CDU) setzt verstörenden Post auf Facebook ab

Freitag, 10 Februar 2017 06:59
Seltsamer Post von Martin Gillo (CDU) Seltsamer Post von Martin Gillo (CDU) Quelle: Facebook (Screenshot v. 09.02.17)

Dresden – Der frühere sächsische Ausländerbeauftragte Martin Gillo (CDU) hat mit einem seltsamen Post auf Facebook Kopfschütteln aufgelöst. Am Mittwoch veröffentlichte der ehemalige Landtagsabgeordnete ein Bild von den Schrottbussen, die im Rahmen einer Kunstaktion vor der Dresdner Frauenkirche aufgestellt wurden, und kommentierte dies mit den Worten: „Sparkasse Bayreuth? Hat es für die Originale aus Aleppo nicht gereicht?“

Die Frage spielt auf die Werbeaufschrift von einem der ausrangierten Busse an. Dabei handelt es sich nicht um die Original-Busse, die seinerzeit in Aleppo als Straßensperren aufgestellt worden waren und auf die sich der syrischstämmige Künstler Manaf Halbouni mit seiner umstrittenen Installation bezieht.

Mehrere Facebook-User drückten in Kommentaren unter dem Post ihr Unverständnis über den „Scherz“ (?) des Ex-Ausländerbeauftragten aus. Einige vermuteten gar, Gillos Account sei gehackt worden. Am Donnerstagabend kurz vor 21 Uhr verschwand das Bild urpötzlich – ebenso wie ein Video, das Gillo offenbar vorher auf seine Seite gestellt hatte. Dabei handelte es sich um eine Diskussion über den Krieg in Syrien, die von der Seite des Gründers von „PEGIDA Schweiz“, Ignatz Bearth, der auch schon als Redner auf rechten Demos in Deutschland in Erscheinung getreten ist, geteilt wurde.

Videofilm, geteilt von Ignatz Bearth | Quelle: Facebook (Screenshot v. 09.02.17)
Videofilm, geteilt von Ignatz Bearth
Quelle: Facebook (Screenshot v. 09.02.17)

 

Eine Anfrage der SACHSEN DEPESCHE bei Gillo blieb bislang unbeantwortet. Als Sympathisant sogenannter „Asylkritiker“ und rechtspopulistischer Gruppen ist der deutsch-amerikanische Politiker noch nie in Erscheinung getreten. Eher war das Gegenteil der Fall. In seiner Zeit als Ausländerbeauftragter kümmerte er sich leidenschaftlich um das Anliegen von Migranten und zeigte klare Kante gegen Rechtsaußen. Umso verstörender wirken seine letzten Facebook-Nachrichten.

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