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Kommentar

Der Anschlag in Nizza

Sonntag, 17 Juli 2016 00:11
Nizza Nizza

Nizza - Der Anschlag in Nizza ausgerechnet  am 14 Juli, dem Französischen Nationalfeiertag in Erinnerung an den Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789, mag eine zynische Note beinhalten. Die Beistands- und Betroffenheitsbekundungen aus Mitgefühl und Anteilnahme lassen das Problem derartiger Anschläge nicht kleiner erscheinen. Zynik liegt nicht nur in der Wahl des Tages, sondern auch im Ausdruck  der Fassungslosigkeit dieses Anschlags. In der Wahl des Tages zeichnet die Zynik einen Angriff auf das Symbol des Sturms auf die Bastille als Beginn der Revolution mit den aufklärerischen Worten der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, maßgeblich prägende Werte unserer westlichen Gesellschaft.

Zynik schimmert im Ausdruck der Fassungslosigkeit durch. Fassungslosigkeit verwehrt die berechtigte Frage nach den Ursachen und Gründen dieses Anschlags. 

Fassungslosigkeit als Verweigerung der Reflexion des eigenen politischen  Versagens verhindert derartige Anschläge nicht. Es mag die Bürger emotional berühren, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Tag als „große Trauer“ bezeichnet. Der Tag der Revolution bleibt ein großer Tag und der „Tag der großem Trauer“ kann diese Symbolkraft der Revolution nicht schmälern. Es gilt vielmehr aus der Symbolkraft dieser Revolution und den damit verbundenen Werten die Verpflichtung der Bundeskanzlerin zum Wohle des einzelnen Bürgers und der gesamten Gesellschaft das  entsprechende  politische Handeln einzulösen. 

Die Solidaritätsbekundung gegenüber Frankreich alleine reicht hierfür nicht aus.

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