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Amnesty International setzt sich für den Verurteilten ein

Demonstranten in Budapest fordern Freilassung des zu zehn Jahren Haft verurteilten Syrers Ahmed H.

Dienstag, 06 Dezember 2016 16:00
Linke Demonstranten fordern in Budapest die Freilassung des Syrers Ahmed H. Linke Demonstranten fordern in Budapest die Freilassung des Syrers Ahmed H. Quelle: MigSzol (Facebook)

Szeged – Eine Gruppe linker Aktivisten hat am Samstag auf dem Lujza-Blaha-Platz in Budapest für die Freilassung des kürzlich in Szeged wegen der Anstiftung zu Krawallen an dem ungarisch-serbischen Grenzübergang Röszke zu zehn Jahren Haft verurteilten Migranten Ahmed H. demonstriert. Die Richter werteten das gewaltsame Vorgehen des Syrers als einen „Akt des Terrorismus“. SACHSEN DEPESCHE berichtete über den Fall: http://www.sachsen-depesche.de/politik/ungarn-syrischer-migrant-wegen-gewalt-an-der-grenze-zu-zehn-jahren-haft-verurteilt.html.

Die Demonstration in Budapest wurde von den Gruppierungen „MigSzol“ und „Free Röszke 11“ organisiert. Die etwa 200 Anhänger der Organisationen skandierten Parolen wie „Freiheit für Ahmed!“ und „Ahmed heute, morgen du“. Im Zuge der Demo wurde auch eine Botschaft von Amnesty International verlesen, wonach die internationale Organisation dem Syrer und seinem Berufungsverfahren Unterstützung zugesagt hat. Der Aufzug traf am Madách-Platz auf eine Demonstration von Rechten, Zusammenstöße konnten jedoch verhindert werden, da die Polizei beide Gruppen durch Sicherungssperren auf Distanz hielt.

Die Amnesty-International-Aktivistin Gauri van Gulik, die auch im Brüsseler Büro der Abteilung für Frauenrechte von Human Rights Watch als Forschungsbeauftragte für Europa und Zentralasien arbeitet, hatte sich bereits am Mittwoch zu Wort gemeldet und erklärt, dass mit Ahmed H. ein Vater für schuldig befunden wurde, dessen einziges Ziel es gewesen sei, seine Familie in Sicherheit zu bringen. „Steinewerfen und irregulärer Grenzübertritt haben nichts mit einer terroristischen Handlung zu tun und können die drakonischen Strenge dieser Entscheidung nicht rechtfertigen“, so van Gulik. Vertreter der ungarischen Regierung haben sich indes hinter das Gericht und sein Urteil gestellt. Wann das Berufungsverfahren eröffnet wird, steht noch nicht fest.

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