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Geheimdienst hinkt im Zeitplan hinterher

BND-Umzug von Pullach nach Berlin kostet 1,5 Milliarden Euro

Donnerstag, 29 Juni 2017 05:45
Die neue Zentrale des BND in Berlin Die neue Zentrale des BND in Berlin Quelle: Bayern-Depesche

Berlin – Das sogenannte Vertrauensgremium des Deutschen Bundestages geht davon aus, dass der Umzug des Bundesnachrichtendienstes (BND) von Pullach nach Berlin rund 1,5 Milliarden Euro kosten wird. Nach einem dieser Tage veröffentlichten Bericht werden allein für den Bau der neuen Agentenzentrale auf einem 35 Fußballfelder großen Areal an der Chausseestraße in Berlin-Mitte – dem größten Neubau seit dem Zweiten Weltkrieg – etwa 1,085 Milliarden Euro fällig – und damit 280 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant.

Weitere 500 Millionen Euro müssen für „Kosten für die Erstausstattung des Gebäudes, den Umzug und weitere erforderliche Dienstleistungen“ ausgegeben werden. Möglicherweise könnte der BND-Umzug mit 4.400 Mitarbeitern den Steuerzahler am Ende noch teurer kommen. 2015 ging man noch von Baukosten in Höhe von 1,3 Milliarden aus. Dass jetzt rund 200 Millionen mehr angesetzt wurden, ist auf Pfusch am Bau, etwa bei den Belüftungssystemen, zurückzuführen. Zudem kam es im Zuge der Bauarbeiten zu einem Wasserschaden.

Der Geheimdienst hinkt deswegen auch im Zeitplan hinterher. Ursprünglich sollten die Schlapphüte schon 2013 von Bayern nach Berlin umziehen. Jetzt soll es Schritt für Schritt gehen. „Der Umzug wird sich insgesamt über ein Jahr hinziehen. Wir werden immer in Einheiten von ungefähr 400 Personen einziehen“, so Kai Croppenstedt, Erster Direktor beim BND. Ein Teil des Stabes soll weiterhin in Pullach ansässig bleiben, z.B. die im vergangenen Jahr stark in die Kritik geratene Kommunikationsüberwachung des Geheimdienstes.

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