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Leipziger Abgeordnete schließt Antritt für die AfD vorerst aus

Bettina Kudla (CDU) fällt bei Aufstellung der Direktkandidaten zur Bundestagswahl durch

Mittwoch, 26 Oktober 2016 01:00
Bettina Kudla, MdB Bettina Kudla, MdB Quelle: http://www.bettinakudla.de | Foto: Foto: Laurence Chaperon

Leipzig – Die Bundestagsabgeordnete Bettina Kudla ist von der Leipziger CDU nicht mehr als Direktkandidatin für den Wahlkreis 152 (Leipzig-Nord) zur Bundestagswahl aufgestellt worden. Die 54-Jährige fiel beim Nominierungsparteitag ihres Heimatverbandes am vergangenen Sonnabend mit nur 29 Prozent schon im ersten Wahlgang durch. Zum CDU-Direktkandidaten zur Bundestagswahl 2017 gekürt wurde am Ende der Leipziger Stadtrat und frühere Bahnrad-Olympiasieger Jens Lehmann (48), der sich im zweiten Wahlgang knapp gegen seinen Stadtratskollegen Michael Weickert (27) durchsetzen konnte. Für den Wahlkreis 153 (Leipzig-Süd) sicherte sich Thomas Feist (51) erwartungsgemäß die Kandidatur.

Bettina Kudla zeigte sich nach der Abstimmung enttäuscht darüber, „sieben Jahre geackert“ zu haben und „dann von den Mitgliedern abgewählt“ worden zu sein. Am Tag nach der Versammlung keilte sie auf Twitter gegen den siegreichen Kandidaten: „Statt Lösungen für die Zukunft zu suchen, wendet sich CDU Leipzig lieber dem Sport zu. Jens Lehmann.“ In einem weiteren Tweet fügte sie hinzu: „Ich stehe weiter zu meinen politischen Überzeugungen.“

Eine Twitter-Meldung der gebürtigen Münchnerin dürfte auch der Grund dafür sein, dass sie von der Leipziger CDU nicht wieder als Bundestagsdirektkandidatin aufgestellt wurde. Kudla war Ende letzten Monats wegen eines Tweets, in dem sie vor einer „Umvolkung“ Deutschlands warnte, massiv in die Kritik geraten (http://www.sachsen-depesche.de/politik/bettina-kudla-cdu-erntet-politiker-shitstorm-wegen-„umvolkung“.html). Später löschte sie die Meldung und konnte einen Ausschluss aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion durch ein klärendes Gespräch mit Fraktionschef Volker Kauder abwenden. Zuvor hatte die ledige Katholikin bereits mit abfälligen Äußerungen über den türkischen Journalisten Can Dündar („Cansel Dünnschiss“) für Unmut im politischen Berlin gesorgt. In der Folge wurden auf Kudlas Wahlkreisbüro im Leipziger Stadtteil Gohlis Ziel zwei Anschläge verübt, vermutlich von Tätern aus dem linksextremen Milieu.

Einer, der Kudlas umstrittenen Tweet verteidigte, ist der Dresdner CDU-Dissident Maximilian Krah, der inzwischen seinen Beitritt zur AfD erklärt hat. Der Begriff „Umvolkung“ beschreibe „exakt das, was in unserem Land geschieht: eine politisch induzierte und gewollte Veränderung der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung“, so Krah gegenüber SACHSEN DEPESCHE (http://www.sachsen-depesche.de/politik/„umvolkung“-cdu-dissident-maximilian-krah-nimmt-bettina-kudla-in-schutz.html).

Politische Beobachter gingen zunächst davon aus, dass Kudla nach einem Scheitern ihrer Kandidatur ebenfalls aus der CDU aus- und der AfD beitritt. Gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“ erklärte sie nun, dass sie sich zwar nicht aus der Politik verabschieden wolle, aber keine Kandidatur für die AfD zur Bundestagswahl anstrebe. „Ich bin mit Leib und Seele CDU. Und ich werde nicht für die AfD antreten", so Kudla. Allerdings sei sie auch niemand, der Dinge kategorisch ausschließe. Nach einer grundsätzlichen Abfuhr für die AfD, die sich nach Informationen von SACHSEN DEPESCHE intensiv um Kudla bemüht, hört sich das nicht an.

Letzte Änderung am Mittwoch, 26 Oktober 2016 01:05
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