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Immer längere Dauer der Asylverfahren

BAMF braucht im Schnitt acht Monate zur Bearbeitung eines Asylantrags

Samstag, 25 Februar 2017 14:46
BAMF braucht im Schnitt acht Monate zur Bearbeitung eines Asylantrags Quelle: Horst Schad

Berlin – Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) braucht immer länger, um über die beantragten Asylverfahren zu entscheiden. Nach Informationen des Bundesinnenministeriums dauerte es im Vierten Quartal 2016 durchschnittlich 8,1 Monate, bis über einen Asylantrag entschieden wurde. Im gesamten Vorjahr lag die Dauer im Schnitt noch bei 7,1 Monaten, 2015 bei nur 5,2 Monaten. Sächsische Landespolitiker von CDU, FDP und AfD fordern daher Maßnahmen zur Beschleunigung der Asylverfahren.

Besonders lang dauern die Asylverfahren bei pakistanischen (15,5 Monate), nigerianischen (14,2), türkischen (16,3) und somalischen (17,3) Antragstellern. Auch bei unbegleiteten minderjährigen Ausländern (UMA) ist die Bearbeitungsdauer mit 8,3 Monaten überdurchschnittlich lang. Die kürzesten Bearbeitungszeiten gibt es bei Flüchtlingen aus Syrien mit 3,8 Monaten. Hinzu kommen oft Monate ohne geklärten Status. So betrug die Zeit zwischen Einreise und der formellen Asylantragstellung im Jahr 2016 durchschnittlich 5,9 Monate.

Langsam voran kommt das BAMF nach Angaben des Innenministeriums auch beim Abarbeiten von Altfällen: Ende 2016 warteten 58.848 Personen mehr als 18 Monate auf ihren Asylentscheid. Ende 2015 hatte diese Zahl noch bei 46.066 gelegen.

Die Anerkennungsquote war hingegen im vergangenen Jahr so hoch wie noch nie: In 71,4 Prozent aller inhaltlichen Asylentscheidungen wurde 2016 den Antragstellern ein Schutzstatus erteilt. Hinzu kamen weitere Anerkennungen durch die Gerichte.

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