Login

sachsen-depesche.de

Freigegeben in Politik

Zoll beschlagnahmt mehrere Pakete

Asyl-Kriminalität: Gefälschte syrische Pässe heißbegehrt

Freitag, 04 September 2015 15:25
Zoll beschlagnahmt mehrere Pakete Zoll beschlagnahmt mehrere Pakete Quelle: PIXABAY.COM

Leipzig – Seit wenigen Wochen ist für Syrer das Dublin-III-Verfahren außer Kraft gesetzt, wodurch Kriegsflüchtlinge nicht mehr mit einer Rücküberstellung in jenen EU-Staat rechnen müssen, in dem sie zuerst registriert wurden. Diese humanitäre Regelung haben sich skrupellose Verbrecher zunutze gemacht und führen in großem Stil gefälschte und echte Pässe nach Deutschland ein, mit denen andere Migranten kurzerhand zu „Syrern“ umdeklariert werden können.

Nach einem Bericht des MDR hat der Zoll bereits mehrere Pakete mit solchen Dokumenten beschlagnahmt, die auf dem Postweg nach Deutschland gelangt sind. Derzeit prüft die Bundespolizei die Pässe auf ihre Echtheit. Die EU-Grenzschutzbehörde Frontex hatte bereits Anfang dieser Woche eine Warnung ausgegeben: Es existiere ein florierender Schwarzmarkt für solche Pässe. „Viele Menschen besorgen sich in der Türkei gefälschte syrische Papiere, weil sie wissen, dass sie dann leichter Asyl in der EU bekommen“, erklärte dazu Frontex-Chef Fabrice Leggeri. Die Menschen, die solche Papiere benutzten, sprächen zumeist Arabisch, kämen aus Nordafrika oder dem Nahen Osten, seien, so Leggeri, „aber Wirtschaftsflüchtlinge“.

Neben dem dramatische Ausmaße annehmenden Schleuser-Unwesen haben es deutsche Behörden nun also auch noch mit einer massiven Urkundenfälscher-Kriminalität zu tun. Viele unzufriedene Barkeeper der Beach Hotels von Sharm el Sheikh dürften demnächst zu traumatisierten Kriegsflüchtlingen mutieren, die nur knapp dem Bombenhagel entkommen sind.

Letzte Änderung am Freitag, 04 September 2015 15:30
Artikel bewerten
(5 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten