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Rico Gebhardt und Sören Pellmann wollen Kinderarmut ins Bewusstsein rücken

Armutskonferenz der Linksfraktion in Leipzig

Freitag, 02 September 2016 23:35
Armutskonferenz der Linksfraktion in Leipzig Quelle: Die Linke

Leipzig – Die sächsische Linke-Landtagsfraktion führt am Sonnabend, den 10. September 2016, in Leipzig ihre 9. Armutskonferenz durch. Die Veranstaltung unter dem Motto „Kinderarmut bekämpfen – soziale Herausforderung ersten Ranges“ beginnt um 10 Uhr im Großen Ratssaal des Neuen Rathauses und wird eröffnet vom Vorsitzenden der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, Rico Gebhard, sowie dem Vorsitzenden der Leipziger Stadtratsfraktion der Linken, Sören Pellmann. Die Tagung soll, so die Linke, dazu beitragen, „Kinderarmut als gesellschaftliches Problem ersten Ranges anzuerkennen und gemeinsam Handlungsmöglichkeiten zu erschließen“.

Neben Bürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke), Beigeordnete für Kultur in Leipzig, die ein Grußwort sprechen wird, sind als Referenten die Landtagsabgeordnete Susanne Schaper (Linke), die Sozialpädagogik-Professorin Heike Förster, der Bundestagsabgeordnete Jörn Wunderlich (Linke) und Hartmut Mann vom Paritätischen Wohlfahrtsverband angekündigt. Am Vor- und Nachmittag gibt es zudem jeweils eine Diskussionsrunde, die von Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linke-Fraktion im Deutschen Bundestag, und Naomi-Pia Witte, sozialpolitische Sprecherin Linke-Fraktion im Leipziger Stadtrat, moderiert wird.

Susanne Schaper, Sozial- und Gesundheitsexpertin der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, spricht auf der Armutskonferenz über „Sächsische Verhältnisse – Hell- und Dunkelfelder einer Großen Anfrage an die Staatsregierung“; Prof. Dr. Heike Förster vom Lehrstuhl für Soziale Arbeit an der HTWK Leipzig, widmet sich dem Thema „Probleme mit und Maßnahmen gegen Kinderarmut – Möglichkeiten und Grenzen in der größten Stadt Sachsens“; Jörn Wunderlich, familienpolitischer Sprecher Linke-Bundestagsfraktion beleuchtet „Armut im Spiegel von Kinderrechten und Menschenwürde“; Hartmut Mann, Referent Kinder- und Jugendhilfe beim Paritätischen Sachsen e.V., referiert schließlich über „Landesweite und kommunale Handlungsoptionen im Kontext von Kinderarmut“.

Zu der Armutskonferenz erklärte Sachsens Linke-Chef Rico Gebhardt am Freitag: „Die Sicherung des Rechtes jedes Kindes auf einen seiner körperlichen, geistigen, seelischen, sittlichen und sozialen Entwicklung angemessenen Lebensstandard (Art. 27 UN-Kinderrechtskonvention) ist ohne Zweifel dann in Gefahr, wenn Familien, in denen Kinder zu Hause sind, über so geringe Ressourcen verfügen, dass die Teilhabe an den üblichen, relevanten Lebensbereichen nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. In dieser Lage befinden sich auch viele sächsische Familien.“

Sören Pellmann, Vorsitzender der Linksfraktion im Leipziger Stadtrat, fügte hinzu: „Es ist kein Zufall, dass die Armutskonferenz erneut in Leipzig stattfindet. Leipzig ist nach wie vor die sächsische Armutshauptstadt. Das gilt leider auch für Kinder. Von den bis zu 18-Jährigen gelten in der Messestadt aktuell 27 Prozent als arm, während es sachsenweit 22 Prozent und in Dresden lediglich 19 Prozent sind. Die Kommunen allein sind nicht in der Lage, Kinderarmut wirksam zu bekämpfen. Sie sind auf Unterstützung durch Bund und Land angewiesen, um vor allem benachteiligten Kindern bessere Bildungschancen, eine umfassende Gesundheitsversorgung und insgesamt eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.“

Nach wie vor spare sich der Freistaat Sachsen auf Kosten seiner Kommunen gesund und verweigere einen gerechten Soziallastenausgleich. „Von der Konferenz erwarten wir uns einen intensiven Erfahrungsaustausch sowie Anregungen für unser politisches Handeln“, so Pellmann.

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