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Thüringer Landesverband will notfalls Ordnungsmaßnahmen ergreifen

AfD lehnt jegliche Zusammenarbeit mit „Thügida“ ab

Mittwoch, 08 Februar 2017 01:51

Wiesbaden – Die Alternative für Deutschland (AfD) hat jegliche Verbindungen zum NPD-dominierten Bündnis „Thügida“ von sich gewiesen. In den vergangenen Wochen hatten sich Anhänger von „Thügida“ unter die Besucher von AfD-Veranstaltungen gemischt. Die dann in den sozialen Netzwerken geteilten Bilder der „Thügida“-Aktivisten suggerierten eine Nähe zwischen der Gruppe und der AfD.

Man lehne jedoch jegliche Zusammenarbeit mit „Thügida“ ab, teilte ein Sprecher der Thüringer AfD am Montag mit. Jede Form der Zusammenarbeit zwischen AfD-Mitgliedern und „Thügida“ stelle einen groben Verstoß gegen die Grundsätze und die Satzungsordnung der Alternative für Deutschland dar und würde parteiordnungsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Der Landesvorstand der AfD Thüringen wolle die entsprechenden Vorfälle überprüfen.

Im „Thügida“-Netzwerk ziehen zwei für ihre ultraradikalen Ansichten bekannten NPD- bzw. Ex-NPD-Funktionäre die Strippen. Redner auf den Demonstrationen der Gruppe in Thüringen und Sachsen war unter anderem der Münchner Stadtrat und parlamentarische Mitarbeiter des NPD-Europaabgeordneten Udo Voigt, Karl Richter.

Der Gruppe zugerechnet werden kann auch die Leipzigerin Uta Nürnberger, die auf einer Kundgebung in Dresden als Vertreterin der AfD und der „Patriotischen Plattform“, in der sich AfD-Mitglieder des rechten Flügels organisieren, vorgestellt wurde. Tatsächlich soll Nürnberger schon seit 2014 kein Mitglied der AfD sein. Dies teilte der Pressesprecher der AfD Sachsen, Thomas Hartung, auf Nachfrage von SACHSEN DEPESCHE mit. Auch der Bundesvorsitzende der „Patriotischen Plattform“, der sachsen-anhaltische AfD-Landtagsabgeordnete Hans-Thomas Tillschneider, bestritt eine Mitgliedschaft Nürnbergers in seiner Organisation.

Kürzlich tauchte bei Facebook allerdings ein Foto auf, das Uta Nürnberger an der Seite des Leipziger AfD-Mitglieds und Petry-Gegners Roland Ulbrich bei der Gründung einer „Freiheitlich Patriotischen Alternative“ zeigt. Welche Rolle die dubiose Dame in bestimmten AfD-Kreisen immer noch spielt, ist unklar. Vertreter des sächsischen AfD-Landesverbandes distanzierten sich gegenüber SACHSEN DEPESCHE von Nürnberger, die offenbar bei NPD und „Thügida“ antichambriert.

Uta Nürnberger neben Roland Ulbrich (3.v.l.) | Quelle: Facebook (Screenshot)
Uta Nürnberger neben Roland Ulbrich (3.v.l.)
Quelle: Facebook (Screenshot)

 

Siehe dazu auch folgende Berichte der SACHSEN DEPESCHE:

http://www.sachsen-depesche.de/regional/unter-falscher-flagge-angebliche-afd-vertreterin-bei-rechtsaußen-demo-in-dresden.html

http://www.sachsen-depesche.de/regional/hans-thomas-tillschneider-afd-„frau-uta-nürnberger-ist-nicht-mitglied-der-patriotischen-plattform“.html

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