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Hamburgs AfD-Fraktionschef Jörn Kruse blieb dem Treffen fern

AfD: Gemeinsame Fraktionssitzung mit Vertretern aus Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Hamburg und Bremen in Leipzig

Donnerstag, 14 Januar 2016 23:49
AfD-Vertreter aus Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Hamburg und Bremen in Leipzig AfD-Vertreter aus Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Hamburg und Bremen in Leipzig Quelle: AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag

Leipzig – Wie die AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag mitteilte, sind die „fünf Fraktionsvorstände der Alternative für Deutschland aus Sachsen, Brandenburg, Thüringen, Hamburg und Bremen“ am Montag zu einer gemeinsamen Fraktionsvorstandsitzung in Leipzig zusammengekommen. Die Vorsitzende der sächsischen AfD-Landtagsfraktion, Frauke Petry, die zu dem Treffen eingeladen hatte, kündigte in diesem Zusammenhang eine engere Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen an.

Hierzu erklärte Petry: „Bei unserer ersten gemeinsamen Vorstandsitzung haben wir eine Reihe von gemeinsamen Aktivitäten und parlamentarischer Initiativen vereinbart. Künftig werden regelmäßige länderübergreifende Fraktionssitzungen stattfinden. Wir wollen den Austausch auf parlamentarischer Ebene intensivieren, indem die Fraktionen auch gemeinsame Gesetzesvorlagen und Anträge in die Landtage und Bürgerschaften einbringen. Durch die bessere Vernetzung können wir alle von dem Wissen unserer Kollegen nur profitieren.“ Man gehe fest davon aus, dass die AfD in diesem Jahr in weitere fünf Landtage einziehen werde, so Petry, die auch Bundeschefin der Partei ist.

Tatsächlich verfügt die AfD nur noch in vier Landtagen (Sachsen, Brandenburg, Hamburg, Thüringen) über Fraktionen mit entsprechenden Vorständen, da die Fraktion in Bremen nach dem Übertritt von drei Abgeordneten zur Lucke-Partei ALFA auseinandergebrochen ist. In der Hansestadt ist die Partei mit zwei Einzelabgeordneten vertreten. Anhand eines von der sächsischen AfD-Fraktion zur Verfügung gestellten Gruppenfotos ist außerdem ersichtlich, dass der Vorsitzende der Hamburger AfD-Fraktion, Prof. Jörn Kruse, dem Treffen offenbar fernblieb, während mit Frauke Petry, Björn Höcke und Alexander Gauland die Fraktionsvorsitzenden aus Sachsen, Thüringen und Brandenburg anwesend waren.

Auf Nachfrage der SACHSEN DEPESCHE bestätigte der stellvertretende Pressesprecher der AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag, Andreas Fuchs, das Fernbleiben von Kruse, nannte hierfür aber keine Gründe. An der gemeinsamen Fraktionssitzung in Leipzig habe allerdings der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Bernd Baumann, teilgenommen.

Der Hamburger AfD-Fraktionsvorsitzende Jörn Kruse hatte im Dezember eine Rede des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke, in der dieser von einem „lebensbejahenden afrikanischen Ausbreitungstyp“ und von einem „Bevölkerungsüberschuss“ in Afrika gesprochen hatte, als „eindeutig rassistisch“ bezeichnet, ihm parteischädigendes Verhalten vorgeworfen und den Parteiaustritt nahegelegt. Außerdem bemängelte Kruse, dass sich viele Funktionsträger der AfD taktisch verhielten und nicht schärfer gegen Höcke vorgingen. Brandenburgs AfD-Chef Alexander Gauland etwa riet er, „sich von Höcke zu distanzieren“, der ein „Wiederholungstäter“ sei. Es ist zu vermuten, dass Kruse dem Treffen in Leipzig wegen solcher unüberbrückbaren politischen Differenzen fernblieb und sich nicht mit Björn Höcke an einen Tisch setzen wollte.

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