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Dresdner CDU-Politiker kommentierte Bluttat von München auf Twitter

„Willkommenskultur ist tödlich!“ – CDU Dresden distanziert sich von Maximilian Krah

Samstag, 23 Juli 2016 19:24
Der Dresdner CDU-Politiker Maximilian Krah Der Dresdner CDU-Politiker Maximilian Krah Quelle: Homepage von Maximilian Krah

Dresden – Die CDU Dresden hat sich von ihrem Vorstandsmitglied Maximilian Krah distanziert. Der 39-jährige Jurist, der Beisitzer im Dresdner CDU-Kreisvorstand ist, hatte am Freitagabend nach dem Amoklauf eines 18-jährigen Mannes mit iranischem und deutschem Pass im Münchener Einkaufszentrum OEZ getwittert: „Ich bin in München. Das muss der Wendepunkt sein: Die Willkommenskultur ist tödlich. Es geht um unser Land!“ Für diese Bemerkung erntete Krah einen regelrechten Shitstorm im Netz.

Ebenfalls über Twitter erfolgte die Distanzierung der Dresdner Union von ihrem Parteifreund, der sich bereits in der Vergangenheit mehrfach kritisch über die Zuwanderungs- und Asylpolitik der Bundesregierung geäußert hatte. „Wir distanzieren uns entschieden von den Aussagen von Maximilian Krah. Nicht nur der Zeitpunkt war unangemessen“, ließ die CDU Dresden am Samstagvormittag die Öffentlichkeit wissen.

Der CDU-Politiker selbst verteidigte hingegen noch einmal seine Äußerungen. „Die nun einsetzende Hexenjagd lässt jedes Maß vermissen“, zitierte die „Sächsische Zeitung“ Krah am Samstag. Seinen Tweet begründete er gegenüber dem Blatt mit den Worten: „Nachrichtenstand war, dass es ein IS-Anschlag mit drei Tätern ist, die durch die Stadt laufen.“ Als dann berichtet wurde, dass der Anschlag auf das Konto eines Amokläufers gehe, habe er die Sache auf seinem Blog nochmal klargestellt.

Seine Forderung, die „Willkommenskultur“ zu überdenken, hält er weiterhin aufrecht. „Natürlich wünsche ich mir angesichts der schrecklichen Anschläge der letzten Zeit einen Wendepunkt und kann in der Politik offener Grenzen nichts Gutes erkennen“, so Krah gegenüber der SZ. Die Kritik an seiner Person könne er nicht nachvollziehen. „Man hat fast den Eindruck, mein Satz ist schlimmer als der Terror.“

Hinzuzufügen bleibt, dass die Hintergründe der Tat und die Motivation des Täters nach wie vor ungeklärt sind. Eine Augenzeugin, die selbst Muslima ist, hatte beispielsweise berichtet, dass der junge Mann bei seiner Schießerei im OEZ den islamischen Kampfruf „Allahu akbar“ verwendet haben soll. Neun Menschen wurden bei der Attacke des offenbar auch psychisch kranken Täters getötet, 27 weitere verletzt, zehn davon schwer. Nach Polizeiangaben schoss der 18-jährige Schüler aus einer 9mm Glock-Pistole, die er illegal besessen habe und soll mehr als 300 Schuss Munition dabeigehabt haben.

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