Login

sachsen-depesche.de

Freigegeben in Politik

Leipziger CDU-Abgeordnete „beschreibt exakt das, was in unserem Land geschieht“

„Umvolkung“: CDU-Dissident Maximilian Krah nimmt Bettina Kudla in Schutz

Dienstag, 27 September 2016 20:36
Maximilian Krah, Bettina Kudla (CDU) Maximilian Krah, Bettina Kudla (CDU) Quelle: Privat | bettinakudla.de, Laurence Chaperon

Leipzig/Dresden – Für Bettina Kudla (CDU) wird es eng. Nicht nur führende Politiker aus ihrer Bundestagsfraktion und dem sächsischen CDU-Landesverband haben sich von ihrer Warnung vor einer „Umvolkung“ Deutschlands distanziert, auch in Leipzig will man die umstrittene Abgeordnete offenbar abzusägen. Gleich zwei Parteifreunde wollen Kudla ihren Leipziger Wahlkreis streitig machen (http://www.sachsen-depesche.de/politik/bettina-kudla-cdu-erntet-politiker-shitstorm-wegen-„umvolkung“.html), inzwischen gilt als so gut wie sicher, dass die gebürtige Münchnerin nicht mehr zu halten ist.

Während man in der CDU auf Kudla, die ihren umstrittenen Tweet inzwischen auf Druck der Fraktions- und Parteiführung gelöscht hat, eindrischt, bekommt die Bundestagsabgeordnete Unterstützung von einem, der sich bis vor kurzem selbst noch wegen seiner Kritik an der Flüchtlingspolitik Angela Merkels einem parteiinternen Kesseltreiben ausgesetzt sah. Der Dresdner Rechtsanwalt Maximilian Krah zog für sich die Konsequenzen und trat aus der CDU aus. Per Internet ruft er nun dazu auf, es ihm gleichzutun.

Krah zeigt Verständnis für Kudlas Twitter-Meldung. Er selbst benutze das Wort „Umvolkung“ zwar nicht, „aber ich denke, es beschreibt exakt das, was in unserem Land geschieht: eine politisch induzierte und gewollte Veränderung der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung“, so Krah auf Anfrage der SACHSEN DEPESCHE. Für den konservativen CDU-Dissidenten ist das „eine reine Stilfrage“, er meint: „Es wäre besser, über den Fakt zu diskutieren als über die Wortwahl.“

Wenig überraschend, legt der Dresdner auch der Leipzigerin einen Austritt aus der CDU nahe. „Bettina Kudla ist auf Vorschlag der CDU gewählte Abgeordnete. Damit hat sie Loyalitätspflichten. Wenn sie nicht wieder nominiert wird, entfallen die aber meiner Meinung nach. Falls Bettina Kudla ihre Analyse – Umvolkung – ernst nimmt, dann kann sie nicht glaubwürdig der Partei angehören, die diese Veränderungen der Bevölkerung betreibt“, erklärte Krah gegenüber der SACHSEN DEPESCHE. „Die Erkenntnis der Konsequenzen der Merkel-Politik muss zu einer Reaktion bei denen führen, die das nicht wollen.“ Alles andere sei „unglaubwürdig“ und helfe „vor allem unserem Land nicht“, so das frühere Vorstandsmitglied der CDU-Dresden.

Ein ausführliches Interview der SACHSEN DEPESCHE mit Maximilian Krah findet man unter folgendem Link:

http://www.sachsen-depesche.de/interview/interview-mit-maximilian-krah-„man-muss-schnell-handeln,-wenn-man-schlimmes-verhindern-will“.html

Artikel bewerten
(8 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten