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Petry wusste offenbar nicht, mit wem sie sich ablichten ließ

„Thügida“ provoziert die AfD erneut: Gemeinsames Foto mit Parteichefin Frauke Petry

Montag, 13 Februar 2017 05:52
AfD-Chefin Frauke Petry und „Thügida“-Vorstandsmitglied Angela Schaller AfD-Chefin Frauke Petry und „Thügida“-Vorstandsmitglied Angela Schaller Quelle: Thügida (Facebook, Screenshot v. 09.02.2017)

Hermsdorf – Die maßgeblich von früheren oder noch aktiven NPD-Kadern geleitete „Thügida“-Gruppe hat durch einen Facebook-Post erneut eine Nähe zur AfD zu suggerieren versucht. Diesmal traf es AfD-Bundessprecherin Frauke Petry, die sich am Rande einer Veranstaltung im thüringischen Hermsdorf am letzten Donnerstag – offenbar in Unkenntnis darüber, um wen es sich handelte – gemeinsam mit „Thügida“-Vorständlerin Angela Schaller ablichten ließ. Ein weiteres Foto zeigt Petry an der Seite von „Thügida“-Vorstandsmitglied Maik Schade. Die Gruppe veröffentlichte die Bilder umgehend auf ihrer Facebook-Seite.

Der Beitrag wurde von „Thügida“ mit einem Kommentar versehen, der nahelegt, dass die AfD-Chefin die betreffenden Personen gekannt habe und wusste, mit wem sie sich ablichten ließ. Man freue sich, dass „die Bundessprecherin keine Scheu hatte, sich mit uns gemeinsam zu zeigen“, heißt es dazu auf der Facebook-Seite von „Thügida“. Und weiter: „Da Frau Petry sich vor einer Meinungsbildung diverse Informationen beschafft, sich kompetent beraten lässt, wie auch kritisch diverse Positionen, wie es einer Wissenschaftlerin gebührt, prüft, ist davon auszugehen, dass ihr die BuVo-Mitglieder bekannt sind.“

Die Schnappschüsse wurden von dem Nachrichtenportal „Thüringen 24“ sofort aufgegriffen. In dem Bericht heißt es über „Thügida“: „Für die vom Verfassungsschutz beobachtete Organisation, die jetzt auch als Verein eingetragen ist, saßen die Vorstandsmitglieder Angela Schaller und Mike Schade in der ersten Reihe. Nach der Diskussionsrunde ließen es sich die beiden nicht nehmen, noch mit der AfD-Vorstandsvorsitzenden ein Erinnerungsfoto zu schießen. Schaller und Petry wechselten außerdem noch ein paar Worte. Ob sie sich kannten? Das ist nicht bekannt, auch wenn Thügida auf ihrer Facebookseite behauptet, dass Petry die Vorsitzenden von Thügida kennen müsste. Etwa eine halbe Minute nahm sich die AfD-Parteisprecherin, die dem nationalkonservativen Flügel zugerechnet wird, für die Thügida-Chefin Zeit. Frauke Petry sagte Thüringen24 am Freitagvormittag, dass sie Schaller nicht kannte und im Prinzip jeder kommen und ein Foto mit ihr machen konnte, da es eine öffentliche Veranstaltung war.“

Über „Thügida“-Vorständlerin Schaller, die ein deutlich erkennbares Triskelen-Tattoo am Hals trägt, heißt es in dem Artikel: „Schaller wurde im vergangenen Jahr, nach Bekanntwerden ihrer extremen Gesinnung, vom AWO-Seniorenzentrum im bayerischen Rödental nach acht Wochen in der Probezeit gekündigt. Im Internet posierte die Frau mit einer Hakenkreuzflagge. Sie gilt als eine der Führungspersonen in der Thüringer Neonazi-Szene.“

Der Landesvorstand der sächsischen AfD, für den sich Generalsekretär Uwe Wurlitzer gegenüber SACHSEN DEPESCHE ebenfalls von „Thügida“ distanzierte, will sich auf seiner nächsten Sitzung in etwa drei Wochen mit dem Thema befassen. Grund ist die Gründung einer sogenannten „Freiheitlich Patriotischen Alternatuve“, an der neben dem Leipziger AfD-Mitglied Roland Ulbrich auch die ehemalige AfDlerin Uta Nürnberger, die jetzt bei „Thügida“ mitmacht, beteiligt ist. Ob die AfD das Thema wirklich auf die lange Bank schieben kann, erscheint nach den neuesten Entwicklungen zweifelhaft.

 

Lesen Sie hierzu auch:

AfD lehnt jegliche Zusammenarbeit mit „Thügida“ ab:

http://www.sachsen-depesche.de/politik/afd-lehnt-jegliche-zusammenarbeit-mit-„thügida“-ab.html

 

„Thügida“: Sachsens AfD-Generalsekretär Uwe Wurlitzer bekräftigt Distanzierung:

 

http://www.sachsen-depesche.de/politik/„thügida“-sachsens-afd-generalsekretär-uwe-wurlitzer-bekräftigt-distanzierung.html

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