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Europol warnt vor Kriminellen in sozialen Netzwerken

Über 17.000 Schlepper bewerben Migrationsrouten auf Facebook

Samstag, 11 März 2017 16:39
Bootsflüchtlinge im Mittelmeer bei Lampedusa Bootsflüchtlinge im Mittelmeer bei Lampedusa Quelle: wikimedia.org | Viro Manzari | CC BY 2.0

Den Haag – Laut Angaben der europäischen Polizeibehörde Europol werben 17.400 Schlepper bei Facebook für die Migrationsrouten von Afrika nach Europa. Darüber hinaus werden über das soziale Netzwerk nach Europol-Angaben auch gefälschte Pässe und Arbeitserlaubnisse angeboten. Eine Überfahrt soll im Durchschnitt rund 3.500 Euro kosten. Mehr als 90 Prozent der Migranten aus Afrika versuchen mithilfe von Schlepperorganisationen über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen.

Aktuelle Daten von Europol zeigen, dass immer mehr Menschen die über Facebook angebotenen „Dienstleistungen“ in Anspruch nehmen. Im Jahr 2015 konnten 148 Nutzer des sozialen Netzwerks festgestellt werden, die auf diesem Weg Migranten suchten, 2016 lag die Zahl schon bei 1150 Facebook-Usern. Das erste Ziel der illegalen Einwanderer ist Italien, weil sie aus Afrika in kürzester Zeit an der Küste des Mittelmeerlandes ankommen können.

Die europäische Polizeibehörde weist zudem darauf hin, dass unter anderem auch Sympathisanten der Terrormiliz „Islamischer Staat“ über Facebook ihre Route nach Europa planten. „Verbrecher verwenden soziale Netze mehr und mehr, und dies macht es noch schwieriger, sie zu beobachten und zu bestrafen. Diese Gruppen sind bereits sehr weit verbreitet und sie bestechen mittlerweile mehrere Botschaften von Nicht-EU-Ländern, um an notwendige aber falsche Dokumente zu gelangen“, heißt es in einem Bericht von Europol. Verbrecherische Organisationen würden damit jährlich Profite von rund drei Milliarden Britischen Pfund erwirtschaften.

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